Das Stadt:Kollektiv eröffnet die Spielzeit mit einem interdisziplinären Parcours zu den sieben Todsünden rund um die Inszenierung Paradise Lost All Over Again, die dem Thema Neid gewidmet ist.
Sieben künstlerische Handschriften treffen im Central auf sieben Laster und führen das Publikum durch Foyers und Treppenhäuser, über gläserne Brücken und Hinterbühnen, in digitale Sphären und traditionelle Werkstätten. Nicht als moralisches Tribunal, sondern als lustvolle Gegenwartserkundung: Ist Neid vor allem ein Thema zwischen Frauen? Wer steuert Überkonsum? Wann kippt Protest in Zerstörung und Lust in Missbrauch? Ist Verzicht ein Privileg? Und wann ist genug?
Das Kollektiv CyberRäuber untersucht mit einem Publikumschor den Hochmut im digitalen Raum: KI als Versuch, die Vergänglichkeit abzuschaffen – ist das noch Fortschritt oder schon Hybris? Eine wütende Generation verschafft sich Gehör: Mit 120 Schüler:innen und drei Rappern entwickelt die Theaterpädagogin Patricia Pfisterer einen Audio-Walk zum Thema Zorn, der im Malsaal eskaliert. Theresa von Halle (Ufo, Oper am Rhein) rhythmisiert in abgründigen Kellergängen die Habgier: Wem gehören Ressourcen und warum fällt Teilen so schwer? Im Lastenaufzug setzt Zoe (Shapes & Shades) der Vermarktung des Körpers eine lustvoll-queere Selbstbehauptung entgegen: Wollust wird hier nicht skandalisiert, sondern gefeiert. Die ukrainische Musikerin Mariana Sadovska verwandelt die Trägheit (des Herzens) in Resonanz: Im Treppenhaus lässt ein Chor kollektive Verletzlichkeit erklingen. Währenddessen wächst aus all dem Hausrat, den wir eigentlich entbehren könnten, die Installation Völlerei der bildenden Künstlerin Kanade Hamawaki. (Quelle: Düsseldorfer Schauspielhaus)