Die Begriffe "Aufbrechen" und "Ankommen" werden geographisch ebenso verstanden wie sinnbildlich für Lebensveränderungen, sie sind verknüpft mit Mut, Hoffnung und Sicherheit ebenso wie mit Wünschen und Ängsten.
Die Veranstaltungen dieser Reihe des Literaturbüros NRW bringen in der Ausstellung Uncertain Maps jeweils eine Autorin/ einen Autor und eine Künstlerin/ einen Künstler zusammen, die sich auf unterschiedliche, aber sehr vergleichbare Weise mit dem Thema beschäftigen.
Ausgehend von persönlichen Dokumenten und Archivmaterial erzählt Katharina Döbler in ihrem Buch Dein ist das Reich die Geschichte ihrer Großeltern und Eltern, die in der Neuendettelsauer Mission auf Neuguinea lebten und damit von einem weitestgehend unbekannten Kapitel deutscher Geschichte: der Beziehung zwischen christlichem Sendungsbewusstsein, Kolonialismus und Rassismus.
Der Düsseldorfer Künstler Juergen Staack hat sich intensiv mit der Sprache „Unserdeutsch“ auseinandergesetzt, die von nur noch etwa 100 Menschen auf einer Insel von Papua-Neuguinea gesprochen wird, einer unter Waisenkindern entstandenen Gruppensprache, die sich aus verschiedenen Idiomen zusammensetzt.
Staack hat auf der Insel gefundene historische Fotos als Kunstwerke auf Sand aufgebracht, die von einem Schallwandler leicht gerüttelt werden, sodass die Porträts von Menschen, die noch Unserdeutsch sprechen können, langsam zerfallen.
2019 waren Werke von Juergen Staack in der Ausstellung Listen to the Image, Look at the Sound in KAI 10 | ARTHENA FOUNDATION zu sehen und zu hören. (Quelle: KAI 10 | Arthena Foundation)