Was nicht gesagt werden durfte, wurde gesungen: Mozarts „Figaros Hochzeit“ als Wandeloper im Schloss Jägerhof. Ohne Bühne, mitten im Geschehen, dort, wo einst Fürsten wandelten.
Wollen wir unsere Stimme erheben?
1786 wollen Mozart und sein Librettist Lorenzo Da Ponte ein verbotenes Stück auf die Bühne bringen: die Komödie von Beaumarchais über einen Diener, der klüger ist als sein Herr. Ihre List: Sie versprechen dem Kaiser, es gehe nur um die Liebe, nicht um die Macht. Was nicht gesagt werden durfte, wurde gesungen. Drei Jahre später begann die Französische Revolution.
240 Jahre später spielt die Komische Oper am Rhein diese Oper dort, wo es tatsächlich um Macht ging: im Schloss Jägerhof, erbaut im 18. Jahrhundert für den Hof eines Kurfürsten, von französischen Revolutionstruppen geplündert und heute Sitz des Goethe-Museums. Das Schloss gehört keinem Herrn mehr, und genau hier erzählt Figaro seine Geschichte.
„Figaros Stimmen“ ist eine Wandeloper. Es gibt keine Bühne und keinen Orchestergraben. Das Publikum geht mit dem Ensemble von Szene zu Szene durch die Räume des Hauses, die Sängerinnen und Sänger stehen mitten unter den Gästen, manchmal nur einen Meter entfernt.
Mit dieser Produktion krönt die Komische Oper am Rhein ihre Düsseldorfer Mozart-Da-Ponte-Trilogie nach „Così fan tutte“ im Aquazoo und „Don Giovanni“ im Ratinger Hof.
Gesungen wird auf Italienisch, gesprochen auf Deutsch.
Gut zu wissen: Das Publikum bewegt sich mit der Handlung durch das Haus, Sitzgelegenheiten sind vorhanden. (Quelle: Förderverein der komischen Oper am Rhein)