Lesung
Kunstkiosk #13: Anja Utler & Yuliia Paievska
Patogh Hannibal Lounge
Markenstraße 1, 40227 Düsseldorf
Lesung mit den Autorinnen Anja Utler aus Leipzig und Yuliia Paievska aus der Ukraine
Kurz nach dem Ende der Sommerferien kehrt der „Kunstkiosk“ mit seiner zweiten Ausgabe in diesem Jahr, der 13. insgesamt, zurück. Am 10. September erwartet Kunstkiosk-Kuratorin Vera Vorneweg im Elona Caffee in Düsseldorf-Oberbilk die Autorinnen Anja Utler aus Leipzig und die Ukrainerin Yuliia Paievska.
Paievska, auch bekannt unter dem Namen Taira, hat Vera Vorneweg im vergangenen Jahr beim „Meridian Czernowitz Festival“ kennengelernt, wo die Ukrainerin ihren Lyrikband „Leben" vorstellte. „In den Gedichten verarbeitet Yuliia ihre Erfahrungen aus drei Monaten russischer Gefangenschaft. Ich war so beeindruckt von ihrem Vortrag und ihrer Präsenz, dass ich sie gerne nach Düsseldorf holen wollte“, erklärt Vera Vorneweg. Die Gedichte, die bislang nicht in deutscher Übersetzung vorlagen, werden eigens für den Kunstkiosk von der renommierten Übersetzerin Claudia Dathe ins Deutsche übertragen, die sie auch vorlesen wird.
Anja Utler hat – wenn auch aus völlig anderer Perspektive – ebenfalls künstlerisch auf den russischen Angriffskrieg reagiert: mit einer eindrucksvolle Sammlung von Haikus unter der Überschrift „Es beginnt“. „Das Schlimme ist das Aufwachen am Morgen und die Realisierung, dass die Welt nicht mehr so ist, wie man dachte, dass sie ist", sagte Utler in einem Interview. Diese Fassungslosigkeit verdichtet die Autorin zu atmosphärischen Haikus, die den Weltverlust aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Ihr Buch, das ausführlich im Kunstkiosk-Buchklub am 5. Juli besprochen wurde, schließt mit einem Essay, der für eine stärkere Aufmerksamkeit gegenüber Gefühlen als Form der Erkenntnis plädiert. Emotionen seien „keine Schwäche, sondern Reaktionen eines verletzlichen Wesens auf das, was ihm widerfährt“. Im Rahmen des Kunstkiosks wird eine performative Lesung von Anja Utler stattfinden.
Anja Utler arbeitet als Dichterin mit Schrift, Klang und performativ. Sie schreibt Essays und übersetzt (u.a. Anne Carson und Mila Haugová) und hat zu Fragen der Lyriktheorie publiziert. Gemeinsam mit Aurélie Maurin kuratiert sie seit 2024 das Lyriktreffen Münster. Zuletzt erschienen in der Wiener Edition Korrespondenzen der poetische Monolog kommen sehen. Lobgesang (2020) und der von einem Essay begleitete Gedichtband Es beginnt. Trauerrefrain (2023). Seit November 2025 beherbergt das Museum Morsbroich in Leverkusen Utlers poetisch-partizipative Installation für ein zartes daheim. Mit dem Ernst-Jandl-Preis 2023 und dem Peter-Huchel-Preis 2024 erhielt Anja Utler zwei der wichtigsten Auszeichnungen für deutschsprachige Poesie.
Yuliia Paievska, die vor Kriegsbeginn als Buchgrafikerin und Kampfsporttrainerin arbeitete, ist Offizierin der Nationalgarde der Ukraine, nahm an der Revolution der Würde und am Krieg im Osten der Ukraine teil. Im Jahr 2022 geriet sie während der Verteidigung von Mariupol in russische Kriegsgefangenschaft und verbrachte dort drei Monate. Ihre im Anschluss entstandenen Gedichte thematisieren Krieg, Gefangenschaft, Folter, ein brennendes Krankenhaus in Mariupol, Lebende und Tote. Es sind Texte, geschrieben zwischen der Evakuierung von Verwundeten, der Liebe, den Folterkellern und Flügen zwischen den Kontinenten. „Sie sind nicht sanft. Und nicht nett“, so Yuliia Paievska. „Sie handeln vom Überleben – entgegen aller Umstände.“ (Quelle: Vera Vorneweg)
Paievska, auch bekannt unter dem Namen Taira, hat Vera Vorneweg im vergangenen Jahr beim „Meridian Czernowitz Festival“ kennengelernt, wo die Ukrainerin ihren Lyrikband „Leben" vorstellte. „In den Gedichten verarbeitet Yuliia ihre Erfahrungen aus drei Monaten russischer Gefangenschaft. Ich war so beeindruckt von ihrem Vortrag und ihrer Präsenz, dass ich sie gerne nach Düsseldorf holen wollte“, erklärt Vera Vorneweg. Die Gedichte, die bislang nicht in deutscher Übersetzung vorlagen, werden eigens für den Kunstkiosk von der renommierten Übersetzerin Claudia Dathe ins Deutsche übertragen, die sie auch vorlesen wird.
Anja Utler hat – wenn auch aus völlig anderer Perspektive – ebenfalls künstlerisch auf den russischen Angriffskrieg reagiert: mit einer eindrucksvolle Sammlung von Haikus unter der Überschrift „Es beginnt“. „Das Schlimme ist das Aufwachen am Morgen und die Realisierung, dass die Welt nicht mehr so ist, wie man dachte, dass sie ist", sagte Utler in einem Interview. Diese Fassungslosigkeit verdichtet die Autorin zu atmosphärischen Haikus, die den Weltverlust aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Ihr Buch, das ausführlich im Kunstkiosk-Buchklub am 5. Juli besprochen wurde, schließt mit einem Essay, der für eine stärkere Aufmerksamkeit gegenüber Gefühlen als Form der Erkenntnis plädiert. Emotionen seien „keine Schwäche, sondern Reaktionen eines verletzlichen Wesens auf das, was ihm widerfährt“. Im Rahmen des Kunstkiosks wird eine performative Lesung von Anja Utler stattfinden.
Anja Utler arbeitet als Dichterin mit Schrift, Klang und performativ. Sie schreibt Essays und übersetzt (u.a. Anne Carson und Mila Haugová) und hat zu Fragen der Lyriktheorie publiziert. Gemeinsam mit Aurélie Maurin kuratiert sie seit 2024 das Lyriktreffen Münster. Zuletzt erschienen in der Wiener Edition Korrespondenzen der poetische Monolog kommen sehen. Lobgesang (2020) und der von einem Essay begleitete Gedichtband Es beginnt. Trauerrefrain (2023). Seit November 2025 beherbergt das Museum Morsbroich in Leverkusen Utlers poetisch-partizipative Installation für ein zartes daheim. Mit dem Ernst-Jandl-Preis 2023 und dem Peter-Huchel-Preis 2024 erhielt Anja Utler zwei der wichtigsten Auszeichnungen für deutschsprachige Poesie.
Yuliia Paievska, die vor Kriegsbeginn als Buchgrafikerin und Kampfsporttrainerin arbeitete, ist Offizierin der Nationalgarde der Ukraine, nahm an der Revolution der Würde und am Krieg im Osten der Ukraine teil. Im Jahr 2022 geriet sie während der Verteidigung von Mariupol in russische Kriegsgefangenschaft und verbrachte dort drei Monate. Ihre im Anschluss entstandenen Gedichte thematisieren Krieg, Gefangenschaft, Folter, ein brennendes Krankenhaus in Mariupol, Lebende und Tote. Es sind Texte, geschrieben zwischen der Evakuierung von Verwundeten, der Liebe, den Folterkellern und Flügen zwischen den Kontinenten. „Sie sind nicht sanft. Und nicht nett“, so Yuliia Paievska. „Sie handeln vom Überleben – entgegen aller Umstände.“ (Quelle: Vera Vorneweg)
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