
Aktuelle Ausstellungen in Düsseldorf im Überblick
Eine Auswahl aktueller Ausstellungen & Highlights in Düsseldorfer Museen und Sammlungen.

K20 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
Anne Truitt. Pionierin der Minimal Art
Bis 2. August 2026
Es ist die Wiederentdeckung einer Pionierin: Anne Truitt. Die Kunstsammlung NRW zeigt die erste umfassende Einzelausstellung der US-amerikanischen Künstlerin in Europa. Die Retrospektive zeigt Arbeiten aus vier Jahrzehnten. Anne Truitt Schaffensperiode beginnt in den frühen 1960er Jahren und reicht bis in die Nullerjahre. Dementsprechend vielseitig ist das Werk der Künstlerin und besteht aus Skulpturen, Malerei und Zeichnungen. Anne Truitt schaffte es immer wieder die Kunstszene mit ihren Arbeiten zu überraschen und auch zu schockieren. Sie brach mit Sehgewohnheiten. 1963 platzierte sie ein Wandbild als freistehende Skulptur in ihrer ersten Einzelausstellung. „Was ich eigentlich versuchte, war, Bilder von der Wand zu nehmen, Farbe um ihrer selbst willen in drei Dimensionen zu entgrenzen,“ sagte sie rückblickend im Jahr 1974. Die Kunstsammlung widmet sich mit Anne Truitt erneut einer Künstlerin, die wegweisend war und dennoch heutzutage weniger bekannt zu sein scheint als ihre männlichen Kollegen. Susanne Gaensheimer, Direktorin der Kunstsammlung, sagt: „Mit dieser Ausstellung möchten wir nach unseren erfolgreichen Ausstellungen von Carmen Herrera im Jahr 2018, Charlotte Posenenske im Jahr 2020 und Lygia Pape im Jahr 2022 die Erzählung der Nachkriegskunst um eine der einflussreichsten Künstlerinnen aus den Vereinigten Staaten von Amerika erweitern.“
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Anne Truitts Studio im Jahr 1979.


K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
Tadáskía. Global Art Award 2025
Bis 30. August 2026
Zum dritten Mal hat die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit den Freunden der Kunstsammlung den K21 Global Art Award verliehen. Die Gewinnerin Tadáskía zählt zu den einflussreichsten zeitgenössischen Künstler*innen Brasiliens. Die Künstlerin wurde von Jochen Volz, Direktor der Pinacoteca de São Paulo, vorgeschlagen. Volz dazu: „Tadáskía erschafft Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen, die von mythischen Erzählungen über Verwandlung inspiriert sind und zugleich ihre Lebenserfahrungen als Schwarze Transfrau widerspiegeln. Organische Formen, abstrakte Elemente und das Motiv des Unendlichen prägen ihre Arbeiten, die sich mit Kreisläufen und dem stetigen Wandel in der Natur befassen. Tadáskías Werk zeichnet sich durch Frische und Mut aus.“ Im K21 ist die Arbeit Brincando animada: travesti mariposa centopei zu sehen. Man kann es in etwas so übersetzen: Ein spielerisch erwachtes Wesen — halb Schmetterling, halb Hundertfüßer, frei in seiner Wandlung. Die Installation wurde 2025 von den Freunden der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen erworben.
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Portrait von Tadaskía: _Adriano_Machadorie// Ausstellungsansicht: Achim Kukulies

Jon Rafman. Main Stream Media
Bis 27. September 2026
Im K21 der Kunstsammlung NRW zeigt Jon Rafman erstmals eine umfassende Einzelausstellung in Deutschland. Die Schau gibt einen Überblick über sein Werk seit 2008 und macht deutlich, wie stark Internet, digitale Bilderwelten und Künstliche Intelligenz unsere Gesellschaft prägen. Mit Videos, Filmen und immersiven Rauminstallationen erschafft Rafman faszinierend-groteske Bildwelten, in denen sich virtuelle Realitäten und persönliche Erzählungen überlagern. Im Zentrum steht die Titel-gebende aktuelle Installation Main Stream Media Network (2025): eine raumgreifende Inszenierung aus KI-generierten Musikvideos, die an die Ästhetik früher MTV-Formate erinnert und zugleich die Mechanismen digitaler Bildproduktion hinterfragt. Ergänzt wird die Ausstellung durch Videos und immersive Installationen, in denen sich reale und virtuelle Welten überlagern. Zwischen Faszination und Irritation entstehen eindrucksvolle Bildräume, die den Einfluss digitaler Technologien auf Wahrnehmung, Identität und gesellschaftliches Miteinander sichtbar machen.
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Main Stream Media: Ausstellungsansicht, Kunstsammlung NRW 2026, Foto: Linda Inconi-Jansen


Kunstpalast
The Scharf Collection. Monet – Cézanne – Matisse
Bis 9. August 2026
Mit Monet – Cézanne – Matisse. The Scharf Collection präsentiert der Kunstpalast erstmals eine der bedeutendsten deutschen Privatsammlungen des französischen Impressionismus und Post-Impressionismus. Rund 180 Werke geben einen umfassenden Einblick in die Sammlung des Ehepaars René und Christiane Scharf, die bislang nur selten öffentlich zu sehen war. Die Ausstellung vereint Meisterwerke von Claude Monet, Auguste Renoir und Paul Cézanne mit Arbeiten von Pierre Bonnard, Henri de Toulouse-Lautrec und Henri Matisse, dessen Œuvre einen besonderen Schwerpunkt bildet. Ergänzt wird die Präsentation in Düsseldorf um zahlreiche zusätzliche Exponate – darunter Werke von Edgar Degas sowie japanische Farbholzschnitte des 19. Jahrhunderts.
Die Scharf Collection blickt auf eine über 100-jährige Sammlungstradition zurück und geht auf die Berliner Sammlung Otto Gerstenbergs zurück. Sie spannt einen Bogen vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart und verdeutlicht eindrucksvoll die Entwicklung der Moderne. Neben Gemälden sind auch Arbeiten auf Papier und Skulpturen zu sehen – eine facettenreiche Schau, die Kunstgeschichte lebendig macht.
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Edgar Degas: Sich kämmender Akt // The Scharf Collection, Foto: Ruland Photodesign


Glassammlung Kunstpalast
Mythos Murano
Die Glassammlung im Kunstpalast wurde umfassend modernisiert und stellt über 1.000 Exponate aus der rund 13.000 Objekte umfassenden Kollektion aus. Es ist eine der weltweit größten Glassammlungen und gibt Einblicke in die Geschichte der Glaskunst von der Antike über das Mittelalter bis hin zu zeitgenössischen Glasobjekten. In einem eigens geschaffenen Ausstellungsbereich werden außerdem jährlich wechselnde Themenausstellungen gezeigt. Den Anfang macht Mythos Murano: Seit 700 Jahren ist die kleine Laguneninsel Murano bei Venedig der Inbegriff großartiger Glaskunst. Die letzte große Blütezeit war von 1920 bis 1970, wovon der Mythos Murano heute noch zehrt. Der Kunstpalast besitzt aus diesem Zeitraum eine umfangreiche Sammlung, aus der 135 herausragende Arbeiten präsentiert werden.
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Luciano Gaspari, Vase aus der „Marine“-Serie, Murano, circa 1965–1980.
Alessandro Pianon, Orangefarbenes Küken (pulcino), Murano, ca. 1960–1962 (Entwurf).

NRW-Forum
Asia Pop
September 2026 bis Mai 2027
Mit Asia Pop zeigt das NRW-Forum Düsseldorf eine umfassende Ausstellung über den Einfluss ostasiatischer Popkultur auf den globalen Mainstream. Auf rund 1.200 Quadratmetern und mit etwa 400 Exponaten entsteht ein vielschichtiges Panorama, das von ikonischen Kawaii-Figuren über Anime und Games bis hin zu K-Pop und Film reicht. Im Fokus stehen China, Hongkong, Japan, Südkorea und Taiwan – Regionen, die Popkultur gezielt als kulturelle und wirtschaftliche Soft Power einsetzen. Die Ausstellung beleuchtet diese Strategien und fragt nach Themen wie Identität, Authentizität und kultureller Aneignung. Thematisch gegliedert in Bereiche wie Mode, Musik, Film und Gaming macht die Ausstellung Asia Pop die Vielfalt dieser Kulturströmungen erlebbar. Interaktive Elemente wie Selfie-Stationen, Spielautomaten und Dance-Formate laden dazu ein, selbst Teil der Popwelt zu werden und eigene Perspektiven einzubringen.
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Cao Fei: Videostill von My future is not a Dream (2006) / Courtesy of the artist & Creative Vitamine Space Guangzhou

KIT – Kunst im Tunnel
Enya Burger und Teresa Linhard. For Ever and Forever When I Move
Bis 28. Juni 2026
Mit For Ever and Forever When I Move widmet sich eine Ausstellung den vielschichtigen Verflechtungen von Entdeckung, Wissenschaft und Macht. Ausgangspunkt ist Lord Alfred Tennysons Gedicht Ulysses (1842), in dem ein gealterter Odysseus auf seine Reisen zurückblickt. Thematisiert werden dabei europäische Expeditionen, die nicht nur Erkenntnisse hervorbrachten, sondern eng mit Kolonialismus, Aneignung und Gewalt verbunden waren. Die Ausstellung greift diese Perspektive auf und überträgt sie in die Neuzeit. Die Künstlerinnen Enya Burger und Teresa Linhard, beide Absolventinnen der Kunstakademie Düsseldorf, nähern sich diesen Themen aus unterschiedlichen materiellen und ästhetischen Perspektiven. In ihren Arbeiten verbinden sie historische Motive mit Fragen der Gegenwart und bewegen sich bewusst zwischen Mythos und Wissenschaft, Fakt und Fiktion. So entstehen poetische wie kritische Bildräume, die dazu einladen, vertraute Narrative zu hinterfragen. Die Ausstellung eröffnet damit neue Blickwinkel auf ein eurozentristisch geprägtes Weltbild – und macht sichtbar, wie eng Wissen, Bewegung und Geschichte miteinander verwoben sind.
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Installationsansicht Teresa Linhard

Kunsthalle
Wohin? Kunsthalle /Stadt / Gesellschaft der Zukunft
Bis 1. Februar
Die letzte Ausstellung vor der Sanierung widmet die Kunsthalle Düsseldorf einem gemeinsamen Blick in die Zukunft: der Zukunft der Kunsthalle, aber auch der Zukunft von Städten, urbanen Räumen, Gesellschaften und unserem gemeinsamen Zusammenleben.
Die Ausstellung Wohin? Kunsthalle / Stadt / Gesellschaft der Zukunft nimmt die Schwelle, an der sich die Institution befindet, zum Ausgangspunkt und öffnet sie für eine kollektive Auseinandersetzung mit Fragen des städtischen und institutionellen Zusammenlebens. Die Kunsthalle wird dabei zum Denk- und Erfahrungsraum, zum Laboratorium der Möglichkeiten. Sie lädt dazu ein, sich mit Fragen der Architektur, Stadtplanung, kulturellen Teilhabe und Gestaltung öffentlicher und gemeinsamer Orte in einer Stadt auseinanderzusetzen – insbesondere in Zeiten tiefgreifender ökologischer, sozialer und ökonomischer Umbrüche.
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Anouchka Strunden

After Unrast. Nadine Karl
Mur Brut 37
Bis 1. März
Eine Installation von Nadine Karl im Parkhaus.
Aus dem flimmernden Licht des betongrauen Parkhauses entfaltet sich eine schattenhafte Geschichte: eine Kreatur – weder ganz menschlich noch ganz fremd – eröffnet eine mythologische Welt, die sich mit selbstkritischen Fragen an die Betrachter*innen richtet. In welchem Verhältnis steht der eigene Körper zu dieser Figur, zu ihrer Verletzlichkeit, zu ihrer Umwelt? In ihr begegnet uns eine ökofeministische Perspektive, die die Trennung von Mensch und Natur, Subjekt und Objekt in einem unwirklichen Set-up infrage stellt.
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Foto: Eray Tonk

Sammlung Philara
Heimspiel
Von 21. März bis 17. Mai
Mitarbeitende der Sammlung Philara machen eine Ausstellung anlässlich des zehnjährigen Bestehens. Die Gruppenausstellung zeigt Arbeiten von Künstler*innen, die in den letzten zehn Jahren in der Sammlung Philara gearbeitet haben. Ob im Aufbau, am Empfang, als Guide oder in der Security – die Mitarbeitenden haben die Sammlung, ihre Ausrichtung und ganz besonders das Besuchserlebnis maßgeblich mitgestaltet.
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Foto: Paul Schöpfer

Julia Stoschek Foundation
Wiedereröffnung in 2027
Seit 2007 zeigt die Julia Stoschek Foundation Arbeiten auf über 3.000 Quadratmetern des denkmalgeschützten Industriegebäudes. Zeit für einen Umbau.
„Ich freue ich mich sehr über die erneute Zusammenarbeit mit Kuehn Malvezzi. Mit ihrem tiefen Verständnis für die besonderen Bedürfnisse zeitbasierter Medienkunst und dem
einzigartigen Gebäude konnte ein herausragendes Konzept entwickelt werden“, so Julia Stoschek.
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JSC Düsseldorf, Erdgeschoss. Foto: Şirin Şimşek

Langen Foundation
Adam Pendleton. Can I Be?
Bis 15. März
In der Langen Foundation ist die Einzelausstellung Can I Be? des US-amerikanischen Künstlers Adam Pendleton zu sehen. Als zentrale Figur der zeitgenössischen amerikanischen Kunst ist Pendleton weithin bekannt für seine Gemälde, die die Grenzen der Abstraktion neu definiert haben. Indem er traditionell getrennte Ideen und Prozesse bewusst miteinander in Beziehung setzt, eröffnet sein Werk neue Räume des Sehens und Denkens. Im Jahr 2008 definierte Pendleton seine Arbeitsweise als Black Dada, eine kritische Auseinandersetzung, mit der er das Verhältnis von Blackness, Abstraktion und der historischen Avantgarde untersucht. Diese ortsspezifische Ausstellung bringt Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und Videoarbeiten in einen Dialog mit der einzigartigen Architektur von Tadao Ando. Im Wechselspiel von Medien und Räumen entfaltet die Ausstellung eine Reflexion über die anhaltende Kraft der Abstraktion angesichts der Komplexität des 21. Jahrhunderts.

Museum Insel Hombroich
Each one had a name as long as it lasted. Hanna Maxi
Wachhaus #18
Bis 22. Februar
Hanna Maxi entwickelt im Wachhaus auf der Raketenstation eine ortspezifische, intuitive Anordnung verschiedener Werke, die während ihrer Zeit an der Kunstakademie entstanden. Sie zeigt in ihrer Installation unter anderem modulare Papierarbeiten, die sie als Fragmente zu etwas Größerem zusammenfügt, modular wie ein Setzkasten, der immer neu angeordnet werden kann.
Die Wachhaus-Ausstellungsreihe ist eine Kooperation mit der Kunstakademie Düsseldorf, in deren Rahmen Studierende im zweimonatigen Rhythmus jeweils eine neue Installation vor Ort realisieren.
Tipp: Alle Düsseldorfer Museen und Sammlungen mit ihren Ausstellungen, Terminen und weiteren Informationen findet ihr hier.
Aufmacherfoto: K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen 2025, Grund und Boden. Wie wir miteinander leben. Grace Ndiritu: Protest Room, 2021 bis 2023. Ausstellungsansicht, Foto: Linda Inconi-Jansen
(Wir bemühen uns um Richtigkeit aller Termine, können aber keine Gewähr übernehmen.)



