Man sieht eine Barrista in einer Rösterei mit Café dabei, wie sie Schaum auf einen Kaffee gießt.

6 Spots für Kaffee frisch aus der Rösterei

Von der Bohne in die Tasse

Frische Kaffeebohnen aus der Rösterei versprechen den ultimativen Kaffeegenuss. Und auch in Düsseldorf wird Kaffee nicht nur gerne getrunken, sondern auch passioniert geröstet und verfeinert. Wer sich auf die Spuren der Bohne begibt, landet an sehr unterschiedlichen Orten von der kleinen privaten Rösterei über die alte Industriehalle bis hin zum charmanten Café. Die Gemeinsamkeit liegt in der Liebe zu Handwerk und im Know-how. Dabei lässt sich der Weg vom Rohkaffee bis zur fertigen Tasse fast vollständig mitverfolgen. Wir haben für euch 6 Spots, wo es nach frisch gerösteten Bohnen duftet und man bei jedem Schluck schmeckt: in einem guten Cappuccino steckt mehr Milchschaumschlägerei.

Man sieht die Kaffeetheke der Rösterei RVTC. Auf der Theke steht ein Espresso im geriffelten Glas, außerdem sieht man etwas Besteck und Gebäck im Anschnitt.
RVTC Rösterei Vier

Ohne die Rösterei Vier, kurz RVTC, lässt sich Düsseldorfs Kaffeelandschaft kaum erzählen. RVTC steht für Rösterei Vier – The Commonage. Es begann mit einem kleinen Café in der Düsseldorfer Altstadt. Heute sitzt das Headquarter an der Wallstraße, und die Location ist eine Mischung aus Café, Store, Co-Working-Space und frei zugänglicher Rösterei. Man kann in Ruhe einen Flat White trinken und weiterziehen. Es bietet sich aber an, zu bleiben, Bohnen zu kaufen, sich beraten zu lassen, in die Rösterei zu schauen oder sich durch Kaffees aus unterschiedlichen Anbauregionen zu probieren. RVTC ist längst kein Geheimtipp mehr, sondern ein gewachsener Coffee-Spot mit eigenem Merch, eigenem Radiosender und Workshops. Das Schöne an RVTC ist die Verbindung aus viel Kaffeeexpertise und echter Stadtnähe. Und sitzt man nach einem Rundgang durch die Rösterei auf der Terrasse mit einer Tasse Filterkaffee, ist die Wertschätzung groß, wie viel Arbeit in etwas steckt, das im Alltag so selbstverständlich getrunken wird.

Weitere Informationen unter rvtc.com.

Carl Ferdinand Röstfabrik

Das Carl Ferdinand an der Düsselthaler Straße in Pempelfort wirkt wie eine kleine Werkstatt für Kaffee. In einem ehemaligen Autohaus hat Sven Becker seine Röstfabrik eingerichtet: vorn die Bar, hinten der Röster, dazwischen der Duft frisch gemahlener Bohnen. Man sitzt nah am Geschehen des Röstbetriebs, wo Kaffee eine ähnliche Aufmerksamkeit zuteilwird wie andernorts Wein. Geröstet wird jeden Montag. Auf der Karte stehen Single Origins und Blends, Arabica-Sorten aus Mittelamerika sowie Kaffees aus Burundi, Indonesien und Indien. Becker interessiert sich besonders für Aromatik und Sensorik: Frucht, Süße, Säure und Balance sind seine Klaviatur für die beste Komposition. Das Carl Ferdinand ist ein entspannter Ort für alle, die an Kaffee nicht nur das Koffein schätzen, sondern auch die Expertise. Die Beratung ist kompetent, aber niemals belehrend. Neben Herkunft und Frische achtet Sven Becker auf möglichst nachhaltige Verpackungen und liefert teilweise persönlich aus. Mit dem Carl Ferdinand hat er einen Coffee-Spot geschaffen, an dem man zuschauen kann, wie aus Bohnen Kaffeegenuss entsteht.

Weitere Informationen unter carl-ferdinand.de.

Die Kaffee

Die Rösterei Die Kaffee ist wie ein Gegenentwurf zu allem, was rund um das Thema Kaffee sehr laut geworden ist. Seit 2011 betreibt Olga Sabristova an der Schwerinstraße ihre kleine Privatrösterei mit angeschlossener Espressobar. Im Angebot: mehr als 20 Espresso- und Kaffeesorten. Ob ganze Bohne oder frisch gemahlen, zum Mitnehmen oder zum Probieren vor Ort – das Angebot ist vielfältig, und ihre Röstungen wurden bereits bei Wettbewerben prämiert. Wer die eigene Favoritin noch nicht gefunden hat, darf sich durchprobieren. Neben der Sorte ist die Zubereitungsart entscheidend: Siebträger, Handfilter, French Press oder Aeropress. Dazu gibt es ein wechselndes Kuchenangebot. Für Sympathiepunkte sorgt, dass man eigenes Essen mitbringen darf. Das Café steckt voller Devotionalien und wirkt fast wie ein kleines Kaffeemuseum. Antike Kannen, alte Kaffeemühlen, Kaffeesäcke und Landkarten erzählen von all den Wegen, die eine Bohne hinter sich hat, bevor sie in der Tasse landet. Hervorzuheben sind die Ruhe und Gelassenheit, mit denen Olga Sabristova ihre Kenntnisse teilt. Sie ist Mitglied der Deutschen Röstergilde, legt Wert auf Fairness und Nachhaltigkeit und bietet Kurse an, in denen es von Anbaugebieten und Aufbereitung bis zu Röstung und Zubereitung einmal um die ganze Welt der Bohne geht. Im Anschluss trinkt man Kaffee mit geschärften Sinnen.

Weitere Informationen unter die-kaffee.de.

Dritan Alsela Roastery

Dritan Alsela gehört längst zu den bekanntesten Baristas Düsseldorfs. Auf Instagram folgen ihm mehr als eine Million Menschen, sein Motto „Respect the Beans“ ist ein Versprechen: Kaffee ist nicht nur Getränk, sondern Handwerk und Leidenschaft. Eine Leidenschaft, die auf eine Bühne gehört. Auf dem Areal Böhler hat diese Kaffeewelt einen Ort bekommen, der deutlich größer gedacht ist als ein klassischer Coffee Shop. Die Dritan Alsela Roastery liegt in einer riesigen Industriehalle mit hohen Decken, Backstein, Stahl und ungeheuer viel Raum. Man sitzt zwischen Kaffeesäcken, Röstmaschinen und einer langen Bar, an der Espresso, Cappuccino und weitere Kaffeespezialitäten konzentriert zubereitet werden. Die Location ist offen, modern, großzügig und transparent: Man erhält Einblicke in die Röstvorgänge, und der Duft der Kaffeebohnen durchdringt die Halle. Die Rösterei dient nicht als Kulisse, sondern ist Ort des Geschehens. Gleichzeitig ist der Spot ein All-day-Café mit Frühstück, Lunch und Dinner mit Weinbegleitung. Morgens ist die Roastery ein Brunchspot, mittags ein beliebter Business-Treffpunkt und abends ein Restaurant. Die Rösterei belegt, wie sehr Kaffee in Düsseldorf wertgeschätzt wird.

Weitere Informationen unter dritan-alsela.de.

Kaffeeschmiede

In Oberkassel, nur wenige Schritte vom Belsenplatz entfernt, trägt die Kaffeeschmiede ihren Namen zu Recht. Die private Kaffeerösterei von Tamas Fejer verkauft handgeröstete Bohnen aus eigener Produktion und schenkt im Café internationale Kaffeespezialitäten aus. Waffeln, selbst gebackener Kuchen und Frühstück runden das Angebot kulinarisch ab. Auf der großen Terrasse trifft sich bei gutem Wetter die Nachbarschaft. Die Atmosphäre ist gemütlich, und es ist immer etwas los. Wer einmal da ist, bleibt gerne auf eine zweite Tasse Kaffee. Eine Besonderheit der Kaffeeschmiede ist, dass auf aromareiche, aber magenschonende Sorten für Cappuccino, Espresso und Filterkaffee geachtet wird. Darunter finden sich handverlesene Lagenkaffees wie Äthiopien Yirgacheffe, Sidamo, Guatemala Antigua oder Papua-Neuguinea Mount Hagen. Zum besseren Verständnis bietet Tamas Fejer Kaffeeseminare in der hauseigenen Rösterei in Heerdt an. Dort wird noch geröstet wie vor hundert Jahren. In den Seminaren geht es um Anbau, Aufbereitung, Röstung und Zubereitung.

Weitere Informationen unter kaffeeschmiede.de.

Schvarz Kaffee

In die Rösterei Schvarz Kaffee stolpert man nicht zufällig hinein. Schon der Weg dorthin ist ein Erlebnis, bei dem man glaubt, sich zu verirren. Quer durch das Industriegebiet muss man zu den Alten Farbwerken an der Ronsdorfer Straße – und dann Halle 31 finden. Zweifel, ob man sich verlaufen hat, gehören zumindest beim ersten Besuch dazu. Bis man plötzlich vor einer einladenden, vor Industriecharme strotzenden Rösterei steht. Der Duft nach frisch gerösteten Bohnen versteht sich von selbst. Tassen klappern, Holz, schwarzes Metall – es wirkt rough, gleichzeitig fühlt man sich willkommen. Ein paar Hallen weiter wird geröstet. Die Rösterei von Arthur Fuchs arbeitet mit „Specialty Coffee“ in kleinen Chargen und setzt auf direkte Beziehungen zu Farmen und Importeur*innen weltweit. Was zählt, sind Herkunft, Qualität, Nachhaltigkeit und die Idee, dass jede Tasse mehr kann als nur „kräftig“ oder „mild“. Eine Hommage an Düsseldorf ist der nussig-schokoladige „DUS Filterkaffee“. Neben Bohnen gibt es im Shop außerdem Equipment und Produkte für das heimische Kaffeeritual. Vor der Halle sitzt man im Sommer in der Sonne mit Blick auf verwilderte Gleise und genießt den Ausflug in ein echtes Industriegebiet, in dem gleich um die Ecke Autohäuser und Baumärkte sind.

Weitere Informationen unter schvarz.com.

Text: Karolina Landowski
Fotos: Kristina Fendesack

(Wir bemühen uns um Richtigkeit aller Angaben, können aber keine Gewähr übernehmen.)

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