Ein Schwarzweiß Foto der Toten Hosen.

Die Toten Hosen – Eine Special Editon von The Sound of Düsseldorf mit Dirk Mews & Michael Wenzel

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Die Toten Hosen – Botschafter ihrer Heimat

Die Toten Hosen spielen auf ihrer Abschiedstour Trink aus! Wir müssen gehen am 3. und 4. Juli in der Merkur Spiel-Arena. Ein Heimspiel. Und ein großartiger Anlass, Düsseldorf musikalisch neu zu entdecken. Die Toten Hosen Special Edition der Tour The Sound of Düsseldorf nimmt Besucher*innen mit zu den Orten, an denen Musikgeschichte geschrieben wurde. Im Mittelpunkt stehen die Toten Hosen, doch die Führung spannt einen größeren Rahmen um die Musikgeschichte des Düsseldorf-Sounds: von Kraftwerk über DAF, Fehlfarben zu den Broilers hin zum Ratinger Hof. Im Interview verraten unsere Guides Michael Wenzel und Dirk Mews, was es auf sich hat mit dem Sound of Düsseldorf, der sogar Ausnahmekünstler wie David Bowie inspirierte.

Die Tour-Guides Dirk Mewes (links) und Michael Wenzel stehen an einem sonnigen Tag auf dem Kopfsteinpflaster der Ratinger Straße, im Hintergrund sieht man die alten Gebäude und ihre Gastronomie.

Die beiden Guides Dirk Mews (li) & Michael Wenzel vor dem Uerige.

Welche Bedeutung haben die Toten Hosen bis heute für Düsseldorf?
Michael: Die Toten Hosen sind mehr als eine Band. Wer in Düsseldorf lebt, begegnet den Bandmitgliedern, zufällig oder bei den großen Festen, im Kirmeszelt oder beim Karneval. Sie sind bodenständig geblieben trotz ihres enormen Erfolgs. Mit ihrer Zivilcourage, sozialem Engagement und der klaren Haltung gegen Rechtsradikalismus und Intoleranz sind sie Vorbilder und Botschafter, dessen wofür die Stadt Düsseldorf steht.

Trink aus! Wir müssen gehen, so heißt die Abschiedstour der Toten Hosen, die am 3. und 4. Juli ein Heimspiel in der Merkus Spiel-Arena haben. Ihr habt das zum Anlass genommen eine Special Edition von The Sound of Düsseldorf zu kreieren. Was habt ihr für die Führung geplant? Und was zeichnet sie aus?
Michael: Die Tour ist eine Wanderung durch die Musikgeschichte Düsseldorfs, die von den Toten Hosen seit über 40 Jahren geprägt wird. Es gibt ikonische Orte mit direktem Bezug zur Bandhistorie, die vielen unbekannt sind. Wir lassen diese Geschichten wieder aufleben – mit dem entsprechenden Soundtrack.
Dirk: Wir zeigen den Gästen, dass Düsseldorf in musikalischer Hinsicht viele stilprägende Inspirationsquellen beherbergt. Die Toten Hosen konnten nur so erfolgreich werden, weil sie aus Düsseldorf kommen.

Man sieht links eine Collage mit alten schwarzweiß Fotos aus dem alten Ratinger Hof und links blickt man in den Raum bis hinten zur Theke, die unscharf ist.

Fotos von dem alten Ratinger Hof im neuen Ratinger Hof.

Eure Stadtführung erzählt die Geschichte einer Musikstadt. Ihr spannt den Bogen von Kraftwerk über DAF und Fehlfarben zu den Toten Hosen bis hin zu den Broilers? Was verbindet diese auf den ersten Blick so unterschiedlichen Bands? Und was hat sie inspiriert?
Dirk: Die Kunstakademie war ein wichtiger Nährboden: Künstler*innen und Musiker*innen bewegten sich in einem gemeinsamen Umfeld. Schmelztiegel war der Ratinger Hof. Das alles passierte in unserer Altstadt mit den vielen Kneipen auf engstem Raum. Ein direkter Austausch und die Weiterentwicklung von Ideen, um etwas Neues zu machen war jederzeit möglich. Alles war erlaubt. No limits. Die Altstadt war die perfekte Bühne.


Die beiden Tourguides Dirk Mews (links) und Michael Wenzel vor dem heutigen Ratinger Hof.


Michael: Bands wie Kraftwerk und NEU! waren musikalische Pioniere. Mit ihrer Vison einer anderen, authentischen Musik wurden sie zur Inspiration für viele andere Künstler*innen und Wegbereiter*innen neuer Genres. Die Bereitschaft, Musik neu zu denken und sich nicht von Genregrenzen einschränken zu lassen, verbindet diese Bands. Das wird auf der Tour spürbar.

Welche Orte dürfen auf eurer Tour auf keinen Fall fehlen? Und gibt es Gänsehautmomente?
Michael: Ich möchte nicht zu viel verraten, aber Musik kann Orte verändern: 2012 überraschten die Toten Hosen die Stadt mit einem Heimkonzert in der Wohnung eines Fans mitten in der Altstadt. Die längste Theke der Welt wurde kurzerhand zur Konzertbühne. Ein ganz besonderer Glücksmoment entstand, bei dem die Band das große Miteinander beschwor. Definitiv ein Gänsehautmoment für mich.

Blick auf die historische Backsteinfassade der Hausbrauerei Uerige und die Terrasse davor, beschienen von der untergehenden Sonne.

Dirk: Immer wieder das Uerige, die schönste Geräuschkulisse der Altstadt. Egal, ob die Hosen beim Rosenmontagszug auf dem Balkon stehen und den Jecken zujubeln oder als Teilnehmer des Rosenmontagszuges eines ihrer längsten Konzerte gespielt haben. Am Uerige haben sie noch mal richtig aufgedreht. Ich war als Fußvolk hinter ihrem Wagen dabei und kriege heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke.

Noch einmal zurück zum Ratinger Hof. Er gilt als Keimzelle der Düsseldorfer Punk- und New-Wave-Szene, nicht nur für die Toten Hosen, sondern auch für DAF, Fehlfarben und viele weitere Künstler*innen. Was machte diesen Ort so magisch?
Michael: Der Ratinger Hof war ein besonderer Ort. Ein Solarium an einer dunklen Straße in der Altstadt. Carmen Knoebel und ihr Ehemann, der Künstler Imi Knoebel, übernahmen den Hof und veränderten den Raum: weiße Wände, Neonlicht, Minimalismus pur. Du kamst rein und wurdest sofort gesehen. Ein Treffpunkt für die Künstler*innen von der Kunstakademie, die um die Ecke liegt, aber auf für die junge Punkbewegung. Man tauschte sich kreativ aus. Carmen veranstaltete Konzerte: Wire und 999 aus England spielten im Hof. Punkbands, die zum kreativen Zündfunken einer neuen Generation Musiker*innen wurden – und schließlich selbst im Ratinger Hof auftraten.

Die beiden Tourguides Dirk Mews (links) und Michael Wenzel vor dem heutigen Ratinger Hof.

In Düsseldorf haben viele legendäre Konzerte stattgefunden. Gibt es ein Konzert, das unvergessen ist?
Michael: 1991 spielten die Ramones im Tor 3. Angesagt von Campino.

Die Toten Hosen haben ihrer Heimatstadt einen eigenen Song gewidmet. Hat Düsseldorf das Zeug zur Hymne der Stadt?
Michael: „Ich bin dort geboren, und es ist mir, als müsste ich gleich nach Hause gehen“, sagte Heinrich Heine mal. Die Toten Hosen transportieren dieses Gefühl in die Gegenwart. Ich wünsche mir, dass Düsseldorfer*innen und unsere Gäste den Song hören, in der Ferne mit Heimweh an Düsseldorf denken und immer wieder gerne zurückkehren.

Weitere Informationen zu den Toten Hosen unter dth.de.

Interview: Thorsten Schaar
Fotos: Kenny Tran & Visit Düsseldorf
Aufmacherfoto: Donata Wenders

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