Sechs malerische Schlossparks für einen romantischen Ausflug

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Sechs malerische Schlossparks für einen romantischen Ausflug

Majestätisches Grün

Auch ein Großstadtgewächs braucht Luft zum Atmen. Gut, dass es in Düsseldorfer so viele grüne Oasen inmitten der Stadt gibt. Allem voran die Rheinwiesen, aber auch den Aaper und Grafenberger Wald, nicht zu vergessen: die 241 Parks und Grünanlagen der Rheinmetropole. Urbanes Grün erhöht die Lebensqualität, das steht außer Frage, und dass sich in Düsseldorf an vielen Orten Natur- mit Kulturerleben verbinden lässt, Geschichte mit Gartenbaukunst vermählt, setzt dem Ganzen die grüne Krone auf. Ihr sehnt euch nach weiten Parklandschaften mit wertvollem Baumbestand, zieht gepflegtes Flanieren dem „profanen“ Spaziergang vor? Ihr interessiert euch für königliche Nutzgärten und historische Wasserspiele? Egal, wo in Düsseldorf ihr euch aufhaltet, ob im Norden oder Süden: Der nächste Schlosspark liegt meist um die Ecke. 

Schlosspark Benrath

Lustwandeln in Düsseldorf? Lenkt eure Schritte am besten schnurstracks gen Benrath. Denn hier hat sich einst ein Bewunderer des französischen Rokokos ein rosafarbenes Lustschloss errichten lassen – und den dazugehörigen Schlosspark. Mitte des 18. Jahrhunderts beauftragte Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz den Baumeister Nicolas de Pigage mit der Gestaltung einer „Maison de plaisance“ samt großzügiger, bis zum Rheinufer reichender Garten- und Parkanlagen. Diese harmonieren nicht nur – Adel verpflichtet – mit der Schlossarchitektur, sie sollten auch die Vorlieben der Schlossbewohner widerspiegeln. Das Ergebnis: ein englischer Garten mit seltenen Bäumen für den Kurfürsten und eine Anlage nach französischem Vorbild, die mit ihren Wasserspielen und Blumenrabatten der Kurfürstin zugedacht war. Dass der Kurfürst Schloss Benrath lediglich einmal beehrte, sollte euch nicht irritieren – die 30-minütige U-Bahnfahrt von der Innenstadt aus lohnt definitiv. Der Park mit Schloss- und Spiegelweiher steht unter Denkmalschutz und ist teils als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Hier leben mehr als 80 Vogel- und über 300 Käferarten. Zu den mächtigsten Gehölzen zählen ein Riesenmammutbaum und eine Japanische Sicheltanne, imposant sind aber auch die von de Pigage angelegten Lindenalleen. Der alte Zier- und der Gemüsegarten wurden rekonstruiert, im Kurfürstengarten verewigten sich im 19. Jahrhundert Gartenkünstler wie Maximilian Friedrich Weyhe und Peter Joseph Lenné. Auch das trägt dazu bei, dass die DüsseldorferInnen den Schlosspark Benrath lieben. Da das Gelände mit über 61 Hektar weitläufig ist, steht ihr euch aber nicht auf den Füßen. Lediglich auf der Freitreppe des Zuckerbäckerschlosses kann es schon mal eng werden, dann vor allem, wenn sich wieder mal eine Hochzeitsgesellschaft für ein romantisches Foto versammelt. Ihr möchtet nicht nur lustwandeln, sondern auch etwas lernen? Das auf dem Gelände beheimatete Museum für Gartenkunst widmet sich der europäischen Gartenbaugeschichte wie der Gartenstadt Düsseldorf. Das Schloss kann ebenfalls besichtigt werden.

Hofgarten

Er ist der erste und älteste Volksgarten Deutschlands. Dass der Hofgarten tatsächlich einen „höfischen“ Ursprung aufweist, ist vielen hingegen nicht präsent, ebenso wenig, dass sich auch dieser Park der Baulust von Kurfürst Karl Theodor verdankt – und dem Einsatz von Nicolas de Pigage. Ein barockes Jagdschloss hatte Karl Theodor bei seinem Baumeister in Auftrag gegeben, und noch vor der Vollendung von „Schloss Jägerhof“ 1772 begann dieser mit der Ausgestaltung einer „Promenade“ zwischen dem Schloss und dem damaligen Festungsgürtel. Denn bei seiner Erbauung lag Schloss Jägerhof noch vor den Toren der Stadt. Die Bürgerschaft, so von Beginn an der Plan, sollte von dieser Strukturmaßnahme profitieren. Heute ist Schloss Jägerhof an der Pempelforter Jacobistraße Heimat des Goethe-Museums und Point de vue der „Reitallee“ im östlichen Teil des Hofgartens. Südlich davon stoßt ihr auf die Statue von Maximilian Friedrich Weyhe, der den Hofgarten nach dessen Zerstörung während der französischen Besatzung zu Beginn des 19. Jahrhunderts neugestaltet und zu einem Landschaftspark nach englischem Vorbild erweitert hat. Noch attraktiver ist er seit der Errichtung des Kö-Bogen I und II, schließt er doch nun nahezu nahtlos an Kö und City an. 13 Hektar Wiesenfläche bietet euch die grüne Lunge der Rheinmetropole, außerdem drei Hektar Wasserfläche, darunter mehrere Brunnen und die Landskrone mit der Goldenen Brücke, der ältesten Fußgängerbrücke der Stadt. Nahe dem angrenzenden Schauspielhaus findet sich ein kleiner Blumengarten und wie in Benrath könnt ihr auch im Volksgarten Braupaare spotten, denn das Standesamt liegt vis-à-vis.

Schlosspark Mickeln

Düsseldorf ist nicht nur Kunstmetropole, sondern auch Gartenstadt. Maßgeblich dazu beigetragen hat – ihr vermutet richtig – Maximilian Friedrich Weyhe, der mit Blick auf das gesamte Rheinland als bedeutendster Gartenkünstler des 19. Jahrhunderts gilt. Gut, dass er in Düsseldorf so umtriebig war: Auch dem Schlosspark Mickeln im Stadtteil Himmelgeist hat er seinen Stempel aufgedrückt, es war sein letztes Parkprojekt. Das namensgebende Schloss ist eine dreigeschossige, auf einem quadratischen Grundriss konzipierte Villa im klassizistischen Stil, die der Heinrich-Heine-Universität heute als Tagungs- und Gästehaus dient. Sie ist Teil eines Gebäudekomplexes, zu dem außerdem Gut Meierhof aus dem 12. Jahrhundert, ein mindestens ebenso alter Fronhof und die noch ältere St.-Nikolaus-Kirche gehören – und diese historische Bebauung hat Weyhe bei der Ausrichtung der Blickachsen mit einbezogen. Gleiches gilt für die angrenzenden Rheinauen und die benachbarten Felder, und so atmet der 20 Hektar große Schlosspark die gleiche Ruhe und Weitläufigkeit wie der ihn umgebende idyllische Stadtteil Himmelgeist mit seinen ausgedehnten landwirtschaftlichen Flächen. Die über 150 Jahre alten Linden, die die Zufahrt zur Villa säumen, gehörten bereits zur Erstbepflanzung, ebenso wie zwei als Naturdenkmal eingetragene Libanonzedern, ein Ginkgo und einige Platanen und Blutbuchen. Konsequenterweise steht der Park nicht nur unter Denkmal-, sondern auch unter Naturschutz – wunderbar zum Spaziergehen!

Schlosspark Eller

Wir bleiben im Düsseldorfer Süden. Wie Schloss Mickeln ist auch Schloss Eller ein auf das 19. Jahrhundert datierendes Herrenhaus. Doch seine Geschichte ist weit älter, befand sich an gleicher Stelle doch einst eine mittelalterliche Wasserburg. Und damit wären wir auch schon beim Thema, denn Wasser ist im Schlosspark Eller eines der prägendsten Elemente.  Neben dem Schlossweiher, der mit seinen Seerosen genauso aussieht, wie ein Schlossweiher aussehen soll, gibt es eine weitere Teichanlage. Sie befindet sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts angelegten Waldpark. Beide Gewässer werden vom Eselsbach gespeist. Zu ihrer Zeit war die Wasserburg Zentrum des Dorfes Eller, und bis heute ist Schloss Eller von zweigeschossigen Häusern aus dem vergangenen Jahrhundert umgeben, deren Obergeschosse als Fachwerke konstruiert sind. Hier gerät der/die Großstadtbewohner*in ins Staunen: Diese ehemaligen Remisen, Pferdeställe und Wirtschaftsgebäude, die sich um einen Innenhof mit mächtiger Platane gruppieren, beherbergen heute Mietwohnungen. Wer nicht das Glück hat, hier zu leben, muss sich mit einem Besuch der 30 Hektar großen Parkanlage begnügen. Und bitte nicht erschrecken: In den Teichabschnitten haben sich Nutrias angesiedelt, die sich bisweilen am Ufer zeigen.

Lantz’scher Park

Wie war das noch? Düsseldorf ist Kunst- und Gartenstadt? Dass an dieser Formel einiges stimmt, führt uns nicht zuletzt der Lantz’sche Park im Stadtteil Lohausen vor Augen. 1975 eröffnete der Düsseldorfer Galerist Alfred Schmela in der Villa Lantz seine „Galerie im Park“. Ausstellungen mit Andy Warhol, Joseph Beuys und Günther Uecker fanden hier statt. Aus der die Villa umgebenden, knapp 15 Hektar großen Grünanlage machte Schmela einen Skulpturenpark. 2020 wurde diese Idee auf Initiative von Gregor Jansen, Leiter der Kunsthalle Düsseldorf wiederbelebt, und seitdem bespielen in den Sommermonaten jährlich wechselnde Ausstellungsmacher*innen das Gelände mit den Arbeiten internationaler zeitgenössischer Künstler*innen. Doch selbst wenn die Veranstaltung pausiert, wie während der Wintermonate, lassen sich im Lantz’schen Park Kunst und Skulpturen aus verschiedenen Epochen entdecken. Und auch die klassizistische Villa Lanz steht auf geschichtsträchtigem Grund: Einst soll hier eine Wasserburg gestanden haben, Rittersitz der Herren von Calcum zu Lohausen, heute befindet sich hier ein Unternehmenssitz. Ihr kennt den Park im Düsseldorfer Norden noch nicht? Ein schmiedeeisernes Tor an der Lohauser Dorfstraße bildet den Haupteingang. Haltet euch links, dann steuert ihr direkt auf das alte Herrenhaus zu. In der Mitte des Parks, am Ende einer großen Allee, steht die ebenfalls sehenswerte Lantz’sche Kapelle. Wenn ihr die Anlage durch ein Tor im rückwärtigen Teil verlasst, gelangt ihr über Feldwege direkt zum Rheindeich und könnt noch eine kleine Tour nach Kaiserswerth unternehmen.

Schlosspark Dyck

Wir überscheiten die Stadtgrenzen. Warum? Schloss Dyck in Jüchen ist eines der kulturhistorisch bedeutendsten Wasserschlösser des Rheinlandes. Mehr als 900 Jahre war das Anwesen im Rhein-Kreis-Neuss im Besitz der Familie zu Salm-Reifferscheidt-Dyck, 1999 übernahm es eine Stiftung. Seither steht das altehrwürdige Gebäude Besucher*innen teilweise offen. So kann beispielsweise der Festsaal mit seinem barocken Deckengemälde besichtigt werden. Doch nicht nur das in frisches Gelb getauchte Wasserschloss lohnt die etwa 25 Kilometer weite Anreise aus der Düsseldorfer Innenstadt. Mit seinen Vorburgen und dem Wirtschaftshof erstreckt sich das sogenannte Dycker Ländchen über vier Inseln im Kelzenberger Bach und umfasst außerdem einen 53 Hektar großen englischen Landschaftsgarten. Hier flaniert ihr unter majestätischen Gehölzen, die in Alter und Artenreichtum europaweit ihresgleichen suchen, darunter Rieseneibe und Mammutbaum, Sumpfzypresse und Tulpenbaum, Korea-Pappel und Geweihbaum. Waldwege und Alleen öffnen sich zu weiten Wiesen und sanften Hügel. Ihr begeistert euch selbst fürs Gärtnern? Dann lasst euch von den Themengärten inspirieren, die anlässlich der Europäischen Gartenschau EUROGA 2002plus angelegt wurden. Ein 3.500 Quadratmeter großer asiatisch-japanischer Garten bietet weitere Anregungen, ebenso wechselnde Ausstellungen, beispielsweise zur Gartenfotografie – und so trägt die Anlage zurecht den Titel „Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur“. Wer länger verweilen möchte: In der ehemaligen Remise ist nicht nur ein Restaurant, sondern auch ein Hotel untergebracht. Ganz in der Nähe von Schloss Dyck liegt übrigens das ebenfalls sehr sehenswerte Museum Insel Hombroich.

Dieser Beitrag ist gefördert durch REACT-EU.

Bilder: Düsseldorf Tourismus

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