
Bernd und Hilla Becher Preis 2025: Ursula Schulz-Dornburg und Farah Al Qasimi
Der Bernd und Hilla Becher Preis: Zwei Generationen, zwei Perspektiven
Der Bernd und Hilla Becher-Preis wird alle zwei Jahre in Düsseldorf verliehen. In diesem Jahr sind Ursula Schulz-Dornburg und Farah Al Qasimi die Preisträgerinnen. Am 4. Juni war die offizielle Preisverleihung und am 6. Juni eröffnete in der Kunsthalle die begleitende Ausstellung mit Werken der beiden Preisträgerinnen.

Bernd und Hilla Becher haben die Düsseldorfer Photoschule entscheidend geprägt, denn Fotograf*innen wie Andreas Gursky und Thomas Ruff studierten bei den Bechers an der Düsseldorfer Kunstakademie. Die Schwarz-Weiß-Fotografien die Bernd und Hilla Becher von Gasometern, Getreidesilos oder auch Fabrikhallen machten, haben wiederum den Blick auf Industrie und Architektur verändert. Bernd und Hilla Becher haben damit aber auch die Perspektive auf Fotografie als künstlerisches Mittel gelenkt. Das Ehepaar hat 1976 die erste Klasse für Fotografie an einer deutschen Kunsthochschule etabliert, nämlich an der Düsseldorfer Kunstakademie. Die Arbeiten von Bernd und Hilla Becher sind bis heute in Sammlungen weltweit zu sehen wie dem Museum of Modern Art in New York und selbstverständlich in Düsseldorf zum Beispiel im Kunstpalast. Dementsprechend renommiert ist die Auszeichnung, obwohl sie erst zum dritten Mal verliehen wird.

Ursula Schulz-Dornburg erhält den Hauptpreis. Sie lebt und arbeitet seit 1969 in Düsseldorf, aber ihre Arbeiten wurden erst vor wenigen Jahren wiederentdeckt. Von 1959 bis 1960 studierte sie Fotografie und Journalismus in München. Sie entschied sich im Anschluss dafür, als Autodidaktin weiterzuarbeiten und entwickelte eine eigenständige Bildsprache, in der man Parallelen zu Bernd und Hilla Becher erkennt. Es sind aber auch ihre Reisen nach Armenien, Kasachstan, Jemen, Syrien, Indonesien, den Irak, aber auch China, Nepal, Russland und in die Türkei, die ihre Fotografien unverwechselbar machen.


Preisträgerin des Förderpreises ist Farah Al Qasimi. Die in Abu Dhabi geborene Künstlerin studierte Musik und Fotografie in Yale und pendelt zwischen Dubai und New York. Ihre Arbeiten geben Einblicke in die arabische Welt ebenso wie in westliche, zeigen Alltägliches und halten fast nebensächlich erscheinende Augenblicke fest. Neben poppiger Bildsprache, in der immer wieder ein kunterbuntes Spektrum an gemusterten Textilien eine Rolle spielt, zählen zu ihren Arbeiten dokumentarisch anmutende Fotografien, Skulpturen sowie Performances und Video. Die Jury des Preises befindet außerdem, Al Qasimi integriere indirekt Sozialkritik und die Beobachtung der vielschichtigen Aspekte jedes Ortes in ihrer künstlerischen Praxis.

Info
Am 6. Juni ist Ausstellungseröffnung der Preisträgerinnen Ursula Schulz–Dornburg & Farah Al Qasimi in der Kunsthalle. Die Ausstellung läuft bis 7. September 2025
Weitere Informationen unter duesseldorf.de/fotografie.
Text: Cynthia Blasberg
Aufmacherfoto: Farah Al Qasimi: Napping on Carpet (2016), The Third Line and Francois Ghebaly Gallery
Fotos: Presse & s. Credit
(Wir bemühen uns um die Richtigkeit aller Angaben, können aber keine Gewähr übernehmen.)



