Ein Supermarkt in Little Tokyo. Man sieht einen Gang im Supermarkt, vorne in der Mitte ist ein Weidenkorb voller Lebensmittel platziert.

Little Tokyo Christmas Surprise − Der ultimative Geschenkkorb

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Wie der Geschmack aus Little Tokyo im weihnachtlichen Oberfranken landet

Düsseldorfs Little Tokyo ist ein ziemlich einzigartiger Ort in Deutschland. Rund um die Immermannstraße reihen sich japanische Restaurants, asiatische Supermärkte, Geschäfte für Wohnkultur, Bars und Läden für Anime- und Manga-Fans. Das Angebot in den vielen Supermärkten ist für Düsseldorfer*innen und Besucher*innen ein Segen. Aber die Vielzahl der Suppen, Saucen und Schlemmereien mit nicht zu entzifferbaren Schriftzeichen ist manchmal auch verwirrend. Was bringt man also als Mitbringsel aus Little Tokyo den Verwandten in – sagen wir mal – Oberfranken mit? Und welche Produkte gehören überhaupt unter den Weihnachtsbaum?

Man sieht einen langen Gang im asiatischen Supermarkt, vorne rechts angeschnitten einen Arm, dessen Hand einen gelborangenen Supermarkteinkaufskorb hält.

Nicht verzagen, wir haben einen Geschenkkorb für Weihnachten zusammengestellt, der die Geschmäcker von Little Tokyo nach Hause bringt, die oberfränkischen Nachbar*innen verzaubert und die Sehnsucht nach Düsseldorfs Little Tokyo mildert. Mit diesen Zutaten kann selbst die Oma oder der Onkel in Bamberg oder Bayreuth authentisch japanisch kochen – vom cremigen Curry über selbstgemachte Onigiri bis hin zur in der oberfränkischen Küche gebrauten Teriyaki-Sauce.

Los geht es mit den vier Grundzutaten, ohne die kein japanisches Gericht auskommt: Sojasauce, Reisessig, Dashi und Mirin. Obwohl in den meisten deutschen Kühlschränke eine Sojasauce vorhanden ist, empfiehlt sich eine klassische japanische Shoyu. Sie enthält gerösteten Weizen und hat einen geringeren Salzgehalt als beispielsweise chinesische Sojasaucen. Ebenso unerlässlich wie Shoyu ist Reisessig. Die japanische Variante aus fermentierten Reis hat einen weniger hohen Säuregehalt als westliche Essigsorten, und eignet sich daher für Sushireis, Salatdressing sowie Schmorgerichte. Ein absoluter Klassiker in japanischen Haushalten ist Essig der Marke Mizkan.

Man sieht eine Nahaufnahme von Reisessig in einem Regal im Supermarkt.

Kommen wir nun zu den beiden Geheimzutaten der japanischen Küche: Mirin und Dashi. Der süßliche Kochwein Mirin darf in so gut wie keiner Sauce fehlen. Hon Mirin, also „echter“ Mirin, der ohne zusätzlichen Zucker auskommt, verleiht Gerichten eine dezente Süße und einen leicht glasigen Glanz. Dashi wiederum ist das Fundament der japanischen Küche. In den japanischen Supermärkten kann man ganz einfach Tütendashi kaufen, der in warmem Wasser aufgelöst wird. Traditionell besteht Dashi aus Bonitoflocken (Katsuobushi) und Tang (Kombu). Eine weitere Säule der japanischen Küche soll nicht unerwähnt bleiben: Misopaste. Allerdings würde sie den den weiten Weg zur Oma nach Oberfranken ungekühlt nicht überstehen. Daher Augen auf an der oberfränkischen Kühltheke! Wenn ihr Misopaste dort findet, steht einer echten Misosuppe in Kombination mit Dashi nichts mehr im Wege.

Zum Abschmecken, aber auch für die gute Laune darf der Sake in unserem weihnachtlichen Geschenkkorb nicht fehlen. An einem kalten Wintertag trinkt man ihn warm. Im Sommer ist er eine kalte Erfrischung. Die Auswahl ist in den Supermärkten in Little Tokyo immens. Wer Sake zum Kochen nimmt, muss dafür keine Unsummen ausgeben. Insbesondere in dem Saucenklassiker Teriyaki darf Sake nicht fehlen. Dazu mischt man jeweils einen Teil Mirin, Sake und Zucker mit zwei Teilen Sojasauce und kocht das Ganze ein, bis es eine leicht sämige Konsistenz hat. Es gilt die Faustregel: Ob zu Huhn, Tofu, Lachs oder Onigiri – Teriyaki geht immer.

Eine Hand greift in ein Supermarktregal und holt eine Gewürzmischung heraus, die in einer niedlichen Box verpackt ist. Die Box sieht aus wie eine Comic-haftes Küken, ist gelb und ein Comic-Gesicht ist darauf gedruckt.

Apropos Onigiri: Eine Form, mit der man diese Dreiecke aus Reis pressen kann, sollte in keinem Haushalt fehlen. Die Förmchen gibt es in verschiedenen Größen zu kaufen. Den zunächst gekochten und dann abgekühlten Reis würzt man beispielsweise mit der Gewürzmischung Furikake. Die sieht ausgesprochen niedlich aus in ihrer Pikachu-Packung. Eine Verpackung, die Kinder in aller Welt entzückt. Der Inhalt aber duftet nach salzigem Seetang und nach Krabben.

Little Tokyo steht in erster Linie für japanische Gastronomie und Kultur. Doch die Trennlinie in der Kulinarik ist nicht stringent. Darum unser Tipp: Eine Packung gerösteter Seetang aus Korea darf nicht fehlen. Ein wunderbarer, crispy Snack für zwischendurch, aber auch köstlich auf einem Brot mit Ei. Einfach ein Bütterken mit einem gekochten Ei belegen und großzügig die Seetangflocken darauf verteilen. Am aller besten mundet es mit der einzig wahren japanischen Mayonnaise: Kewpie. Ungelogen, es ist die beste Mayonnaise der Welt. (Das meint zumindest Clemens Henle, unser Autor. //Anm.d.Red.) Man erkennt sie an dem kleinen Baby auf der rot-weißen Packung. Die Mayonnaise hat nicht nur in Japan eine große Fanbase. Es gibt sogar Eltern, die ihre Kids in Kewpie-Outfits stecken.

Man sieht einen gelborangen Supermarkteinkaufskorb im Anschnitt, darin ist unter anderem eine Packung Golden Curry.

Qualitativ verhält sich Kewpie im Mayo-Segment wie Golden Curry unter den Fertigmischungen für Curry. In den Hochglanzverpackungen warten Currywürfel darauf mit geschmorten Zwiebeln, Fleisch und Kartoffeln zu verschmelzen. Die Beilage Reis gibt es auch in Little Tokyo zu kaufen. Wir empfehlen Sushireis aus Italien – die regionalste Variante unter vielen, vielen Sorten. Das herrlich cremige Curry matcht perfekt mit dem Reis und sorgt bei den Gästen für wahre Begeisterungsstürme ob der authentischen Kochkunst.

Eine Hand hält eine kleine Flasche Sesamöl, dahinter sieht man ein volles Supermarktregal.

Absolut fantastisch ist die ungeheure Auswahl an Instantsuppen in den Supermärkten in Little Tokyo. Zugegeben: Für einige muss man auch mal tiefer in Tasche greifen. Aber das ist einem die Verwandtschaft in Oberfranken zu Weihnachten wert. Verfeinert man so ein Fertigramen mit Gemüse, einem gekochten Ei und einem Schuss Sesamöl, ist man erstaunlich nah dran an einem authentischen Ramen. Der Kauf von Sesamöl ist sehr zu empfehlen, denn das intensiv riechende Öl wird in der japanischen Küche regelmäßig zum Abschmecken von Speisen und Salaten eingesetzt. Zum Braten verwendet man es weniger, daher kommt man lange mit einer kleinen Flasche Sesamöl aus.

Man sieht den gefüllten Weidekorb mit einer Reisschale, Kewpie-Mayonnaise und vieles mehr.

Ein Tipp für kalte Weihnachtstage ist Yuya-Tee. Nicht Teebeutel, sondern ein guter Löffel der an Zitronenmarmelade erinnernden Flüssigkeit werden mit heißem Wasser aufgegossen – und fertig ist der herrlich süßliche und zart nach Yuzu schmeckende Tee. Und auch Matcha darf im Geschenkkorb nicht fehlen, denn der Hype kennt keine Grenzen. Eine Alternative ist das dezent nach Matcha schmeckende Konnyaku-Gelee, das aus der Konjakwurzel gewonnen wird.
Ein bisschen japanischer Kitsch darf in dem Little Tokyo Geschenkkorb nicht fehlen. Da es Winkekatzen und Hello Kitty mittlerweile auch in den gutsortierten Asia-Store nach Oberfranken geschafft haben, ist eine Reisschüssel mit Shiba-Inu Illustration genau richtig. Den hipsten Meme-Hund des ganzen Internets bekommt man garantiert in Little Tokyo.

Info

Wo bekommt man all die köstlichen Produkte?
In Little Tokyo gibt es zahlreiche Supermärkte, die sich auf japanische und ostasiatische Lebensmittel spezialisiert haben.
Wir waren bei Hanaro. Seit 1980 vertreibt Familie Kim in Düsseldorf Lebensmittel und weitere Produkte aus asiatischen Ländern wie Japan, Korea und Thailand, sowohl im Einzel- wie auch im Großhandel. Daher ist die Vielfalt, die man im Hanaro Markt an der Immermannstraße bekommt, enorm groß. Alle von uns beschriebenen Produkte findet ihr bei Hanaro, wo wir freundlicherweise auch fotografieren durften.

hanaromarkt.de

Text: Clemens Henle
Fotos: Eugen Shkolnikov

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