
Wie feierst du eigentlich Weihnachten? Mit Rolf Buck von Vaseline
Stille Nacht, kreative Nacht – wie Dekoprofi Rolf Buck die Festtage verbringt
Rolf Buck ist der Mann, der Pailletten rieseln lässt wie andere Puderzucker auf Crêpes. Wenn es in Düsseldorf ein bisschen mehr glitzert als nötig, steckt meist Rolf Buck dahinter. Er zaubert aus Flohmarktfunden Designobjekte und betreibt mit seinem Laden Vaseline an der Wallstraße seit Jahrzehnten seine eigene kleine Wunderkammer. Uns hat der Setbauer und Stylist verraten, dass seine Weihnachtszeit bereits im September startet. Und auch wo er in Düsseldorf die außergewöhnlichsten Geschenke findet, welcher Weihnachtsmarkt selbst für Muffel funktioniert – und wieso Lametta für ihn nicht nur Deko, sondern fast schon Lebenseinstellung ist.

Rolf, du bist das gesamte Jahr zwischen Setbau, Styling und deinem Laden Vaseline im Kreativmodus. Bedeuten die Weihnachtstage für dich eher Rückzug oder blühst du gerade dann besonders auf, weil überall Deko winkt?
Ich liebe Weihnachten, es ist für mich die vielleicht schönste Zeit des Jahres. Überall Kerzen, Lichterketten, Glitzer und alle dekorieren – ob drinnen, draußen oder sich selbst. Ich finde diese festliche Atmosphäre wunderschön. Privat bedeutet Weihnachten für mich aber auch: herunterzufahren. Die Wochen davor sind für meinen Mann Raphael und mich die stressigsten überhaupt. An den Feiertagen bleiben wir deshalb gemütlich zu Hause, hören Musik, machen lange Spaziergänge mit dem Hund, essen gut und genießen einfach die Ruhe. Es ist unsere Zeit zum Auftanken.
Wann beginnt für dich die Weihnachtszeit? Gibt es den einen Moment, der dich sofort in Stimmung bringt?
Beruflich startet Weihnachten für mich schon im September, wenn wir zur Design Week nach Paris fahren und dort nach hübschen Dingen für Weihnachten Ausschau halten, die wir dann für unseren Store customizen. In der Zeit basteln wir in unserer Werkstatt an kleinen Tannenbäumchen, Kerzenständern und glitzernden Figürchen, hören Musik oder Podcasts und verfeinern dabei unseren Kaffee gerne mal mit einem Schuss Likör. Privat beginnt Weihnachten für mich aber immer am 1. Dezember – mit dem Adventskalender, den Raphael seit 21 Jahren für mich macht. Wunderschön befüllte Säckchen mit kleinen Überraschungen wie Badesalz oder Zimtsternen… das rührt mich jedes Mal zutiefst.

Du bist bekannt als einer der Dekoprofis in der gleichnamigen TV-Show auf Vox. Wie dekoriert du euer Zuhause zu Weihnachten?
Wir dekorieren das ganze Jahr so viel für andere, dass wir es zu Hause weihnachtlich eher einfach halten – dafür aber mit einem riesigen Tannenbaum. Mindestens sieben Meter hoch (lacht) und voller Lichter und Lametta! Dazu kommen viele frische Blumen, die ich im Dezember ins Haus hole. Morgens im Nachthemd vor einem blühenden Strauß zu sitzen – das ist Luxus.
Hand aufs Herz: Früher war doch mehr Lametta, oder?
Wir sind Lametta-Liebhaber. Ich habe jahrelang echtes Bleilametta gesammelt, alle Bestände aus den 50er oder 60er Jahren aufgekauft, die wir eigenhändig gebügelt und in ganz zärtlich Seidenpapier eingewickelt aufbewahrt haben. Aber inzwischen bevorzuge ich das Plastiklametta von Woolworth. Es ist gesünder und fängt das Licht fantastisch ein, vor allem wenn man es kräuselt.



Welche Dekotrends siehst du für Weihnachten?
Die allgemeinen Trends sind sehr natürlich: viel Stroh, Beige, viel Holz. Aber ich persönlich setze dieses Jahr ganz klar auf ein elektrisierendes Lila. Für mich die festlichste Farbe überhaupt.
Wie sieht bei euch ein typischer Heiligabend aus?
Wir stehen bis 14 Uhr im Laden. Dann fahren wir in die Sauna und abends gibt es traditionell Fondue. Davor sitzen wir dann stundenlang, mampfen und genießen, reden und hören Musik. Die Zutaten holen wir am liebsten auf dem Carlsplatz, besonders bei einem kleinen Gewürzstand, der fantastische Mischungen hat. Und wenn wir nicht auf dem Markt sind, gehen wir zu Zurheide, wo ich mittlerweile so gut wie jede*n an der Fleischtheke kenne. Für unser Käsefondue lassen wir uns den Käse in der Fromagerie an der Lorettostraße zusammenstellen – für mich einer der schönsten Feinkostläden in der Stadt.
Wenn Weihnachtsmarkt: Welcher ist dein Favorit in Düsseldorf?
Ich selbst bin kein Weihnachtsmarkt-Fan, denn ich meide Menschenmengen. Aber wenn Besuch kommt, dann nehme ich ihn mit zur Weihnachtspromenade am Rhein, weil es dort besonders stimmungsvoll ist und internationales Flair hat. Dort trinke ich am liebsten Punsch mit Vanille. Und ich liebe heiße Maronen, die gehören für mich einfach zu Weihnachten dazu.

Habt ihr ein besonderes Film- oder Musikritual zu Weihnachten?
Dieses Jahr schauen wir endlich E.T. – ich bin seit Jahren Fan, habe aber den Film ehrlicherweise noch nie gesehen. Ansonsten hören wir gerne Schallplatten von Grace Jones, The Supremes oder Austra. Ich nutze die Feiertage, um meine ungelesenen Musikexpress-Magazine durchzuarbeiten und Playlists fürs neue Jahr zu erstellen. Wir alle brauchen einen Soundtrack fürs Leben.
Als jemand, der ständig schöne Dinge sieht und gestaltet: Welches Geschenk hat dich in den letzten Jahren wirklich überrascht?
Raphael hat mir letztes Jahr einen Sessel geschenkt, für den er selbst einen Bezug aus Animal-Prints genäht hat – sogar mit kleiner Fellborte, natürlich vegan. Darin sitze ich jeden Morgen. Das war eins der schönsten Geschenke meines Lebens.
Und was verschenkst du?
Ich bin großzügig. Flugtickets, wahnsinnig tolle Designerschuhe, schöne Dinge, die lange Freude machen. Mehr verrate ich für dieses Jahr nicht.

Und euer Rauhaardackel Wilfried, bekommt er auch etwas zu Weihnachten?
Oh ja. Viel Liebe, gutes Essen – und dieses Jahr eine lila Hundeleine. Die kaufen wir im wunderschönen Concept Store Dogsmopolitan in Oberkassel. Die Besitzerin kennt ihr Sortiment in- und auswendig und hat sehr stylische Accessoires für Vierbeiner.
Wo findet man – außer natürlich in deinem Laden – besondere, ungewöhnliche oder einfach schöne Dinge für Menschen mit einem Auge für Ästhetik?
Auf dem Radschlägermarkt, der findet vor Weihnachten noch einmal statt, am 14. Dezember. Zu diesem Flohmarkt kommen Händler aus Belgien, Holland und Deutschland. Man findet immer etwas Einzigartiges, um sich oder andere zu beschenken. Außerdem shoppe ich gern in der Boutique Stewardress, mit so vielen außergewöhnlichen Vintage Kleidungsstücken. Und ich stehe zu meiner Leidenschaft: Ich liebe Kaufhäuser! Der Kaufhof hat eine wunderbare Küchenabteilung, tolle Süßwaren und richtig gute Kosmetik. Perfekt, wenn man schnell noch etwas Schönes braucht.

Was schenkt man, wenn man wirklich unkreativ ist – aber es stilvoll wirken soll?
Schönes Geschenkpapier kann alles retten. Liebevoll verpacken, eine persönliche Karte dazu – und selbst eine (gute) Flasche Wein wirkt plötzlich sehr wertvoll. Eine individuelle Verpackung bedeutet Wertschätzung. Für mich ist das Einpacken selbst schon Teil des Geschenks.
Was darf an Weihnachten bei dir niemals fehlen?
Atmosphäre. Musik. Kerzen. Ein bisschen Kitsch. Ein guter Duft im Haus – das macht für mich die Magie aus. Und Ruhe. An Weihnachten darf die Welt draußen bleiben
Und was wünschst du dir für die Welt da draußen?
Frieden im Kleinen wie im Großen. Gesundheit. Dankbarkeit. Und dass wir nicht nur im Dezember, sondern auch im Januar und Februar an die Menschen denken, die weniger haben. Uns geht es so gut – wir sollten etwas davon zurückgeben.
Weitere Informationen bei Instagram unter Vaseline Store.
Text: Karolina Landowski
Fotos: Natasha auf’m Kamp



