Man sieht in einem Ausstellungsraum im Kunstpalast im Hintergrund ein Gemälde, davor ein graues Sofa als Skulptur, die von rechts nach links von einem Meer aus weißen Blüten bedeckt wird.

Palastblühen im Kunstpalast Düsseldorf

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Palastblühen ist eine Intervention in der Sammlung.“ (Lena Spoo)

Der Kunstpalast wird zum Blumenmeer. Vom 17. bis 26. April zieht der Frühling in die Sammlung, denn zum dritten Mal findet Palastblühen statt. Düsseldorfer Florist*innen kreieren Blumenarrangements, die in einen Dialog mit den Kunstwerken treten und den Ausstellungsräumen unerwartete, neue Perspektiven schenken. Der Rundgang durch die Sammlung duftet, es blüht und rankt. Wir waren neugierig und haben Lena Spoo, Kuratorin von Palastblühen ein paar Fragen gestellt.

Man sieht zwei Frauen die ein Blumenarrangement im Rahmen von Palastblühen im Kunstpalast fotografieren.

Zehn Tage währt das florale Vergnügen im Kunstpalast. Die Blumengestecke sind mal überbordend, mal minimalistisch. Die Resonanz der letzten zwei Jahre: riesig. Darum ist Palastblühen nun fest in den Ausstellungsplan aufgenommen worden. Dabei war es bei der ersten Ausgabe, die 2024 stattfand, zunächst gar nicht so leicht, Florist*innen für das Projekt zu gewinnen. Nur ein kleiner Teil der angefragten Floristikhäuser sei bereit gewesen, den Zeitaufwand und das damit verbundene Risiko zu tragen, erklärt Lena Spoo. Dieser Pioniergeist wird belohnt, denn Palastblühen ist ein Publikumsmagnet und die meisten Florist*innen der ersten Stunde bis heute fester Bestandteil.

Palastblühen 2024: "Verwandlung" von Blumen Lehmann links vor "Der General". Es dominieren die Farben Blau und Weiß.

Palastblühen 2024: Verwandlung von Blumen Lehmann vor Der General von Tony Cragg. (Foto: Anne Orthen)

Die Vorgaben sind inhaltlich locker, es geht vor allem darum die Blumenarrangements in den Mittelpunkt zu rücken. Es gibt ein paar Einschränkungen hinsichtlich der eingesetzten Hilfsmittel und aus konservatorischen Gründen darf beispielsweise Erde nicht verwendet werden. Das schränkt die Kreativität der Florist*innen allerdings nicht ein.

Lena, Blumen sind ein häufiges Motiv in der Kunst und viele Blumen stehen für etwas, so wie die rote Rose mit Liebe und Leidenschaft assoziiert wird oder die Lilie Reinheit und Unschuld repräsentiert. Wie gehen die Florist*innen damit um?
Die Florist*innen setzen sich oft erstaunlich tiefgehend mit den Werken auseinander, die sie interpretieren. Sie recherchieren etwa, welche Blumen zur Entstehungszeit eines Werkes überhaupt schon bekannt waren, oder wählen ganz bewusst Pflanzen aus, deren Symbolik die Aussage des Kunstwerks aufgreift und verstärkt.

Lena Spoo, Kuratorin von Palastblühen.

Wie bezeichnet ihr Palastblühen, ist Ausstellung überhaupt das passende Wort?
Ausstellung ist vielleicht nicht ganz der treffende Begriff: Palastblühen ist vielmehr eine Intervention in der Sammlung. Die floralen Arbeiten treten in einen direkten Dialog mit den Sammlungswerken und greifen aktiv in den permanenten Sammlungsrundgang ein.

Seid ihr in den kreativen Prozess involviert? Oder ist es eine große Wundertüte, wie die Blumengestecke schließlich aussehen?
In diesen kreativen Prozess haben wir ehrlich gesagt kaum Einblick – und das ist durchaus gewollt. Manchmal werden Gedanken oder erste Ideen mit uns geteilt, aber bis zu einem festgelegten Abgabetermin können alle Teilnehmer*innen Konzepte für die Werke oder Räume einreichen, die sie besonders ansprechen. Doppelungen sind dabei ganz normal. Anschließend wählen wir die Konzepte aus, die uns für die jeweiligen Räume und Werke am überzeugendsten erscheinen – immer auch mit Blick auf das stimmige Gesamterlebnis und eine faire Verteilung unter den Teilnehmer*innen.

V.l.n.r.: Gradient von Victor Breuer vor Ohne Titel von Ulrich Erben (2025); Komplementär von Victor Breuer vor Schwammrelief von Yves Klein (2024); Arrangement von Blumen Tanzmann neben Frisierkommode Plaza von Michael Graves (2024). (Fotos: Anne Orthen)

Neben Palastblühen-Pionier*innen wie Victor Breuer, darf man sich in diesem Jahr mit Janina Rügers von Blüten & Meer auf eine neue Teilnehmerin freuen. Darüber hinaus hat Lena Spoo mit ihrem Team an einer verbesserten Wegeleitung gearbeitet. Der Kunstpalast wird also nicht nur das Frühlingsrauschen feiern, sondern den Besucher*innen von Palastblühen auch einen intuitiven Erkundungspfad ermöglichen.

kunstpalast.de

Text: Cynthia Blasberg
Fotos: Mit freundlicher Genehmigung des Kunstpalast

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