Man sieht einen Ausschnitt der Kunstmesse Art Düsseldorf. Im Zentrum steht eine Skulptur, ein Pferd, auf einem weißen Stufenpodest, darumherum die Stände der Galerien und Besucher*innen.

Art Düsseldorf – Kaleidoskop zeitgenössischer Kunst

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„Die große Resonanz der Galerien auf unsere thematischen Angebote zeigt, dass ein klar formulierter kuratorischer Rahmen produktive Impulse setzen kann.“ (Gilles Neiens)

Auf der Art Düsseldorf werden vom 17. bis 19. April künstlerische Positionen und überraschende Perspektiven präsentiert. Die Messe für zeitgenössische Kunst hat sich seit ihrer Gründung 2017 als fester Termin der Kunstszene etabliert. Das Areal Böhler liefert die Location mit unverwechselbarem Industriecharme. An der achten Ausgabe der Art Düsseldorf nehmen 119 Galerien teil, davon stellen 32 erstmals aus.

Ein Schwarzweißfoto, aufgenommen an einer Haltestelle Berlin Alexanderplatz, vermutlich von Ende der 1960er oder Anfang der 1970er Jahre. In der Mitte des Bildes ist eine schmale Säule hinter der ein Mann verschwindet, rechts davon ein sich küssendes Pärchen, links von der Säule Kinder.

Cosmic Feel, Panic Attack und お辞儀 / Ōjigi: Das sind die drei Themenfelder, die 2026 den inhaltlich, kuratorischen Rahmen der Art Düsseldorf bilden. In den vergangenen Ausgaben der Kunstmesse fanden diese vor allem in der Sektion Solo & Projects statt. Neu in diesem Jahr: Es können alle teilnehmenden Galerien ihre künstlerischen Positionen einreichen. „Die große Resonanz der Galerien auf unsere thematischen Angebote zeigt, dass ein klar formulierter kuratorischer Rahmen produktive Impulse setzen kann. Entscheidend für uns ist dabei der Dialog mit den Galerien – die Themen entwickeln und vertiefen sich im Austausch mit den Galerien und aus den eingereichten künstlerischen Positionen“, so Gilles Neiens, künstlerischer Leiter Art Düsseldorf. Doch was verbirgt sich hinter den Themen, die wie Titel eines Billie Eilish-Albums klingen?

Man sieht große auf Hochglanz polierte Steine auf einer schwarzen Tischplatte.

Galerie Esther Schipper

Cosmic Feel umschreibt die Kunst als Resonanzraum. Unter dem Thema versammeln sich künstlerische Positionen, die eine Perspektive einnehmen, die die Welt als dynamisches Gefüge von Beziehungen betrachten.

Ein Gemälde, auf dem eine Frau in einem zerfetztem Hasenkostüm gezeigt wird. Stillistisch zwischen Pop-Art und Comiczeichnung.

Galerie Dürst Britt & Mayhey

Eine Gefühlslage, die fast allgegenwärtig zu sein scheint, ist Angst. Das Thema Panic Attack steht für Angst als Spiegel der Gegenwart. Auf der Art Düsseldorf setzen sich Künstler*innen mit Angst als strukturellem Zustand unserer Zeit auseinander. Die eingereichten Arbeiten untersuchen Momente, in denen Gewissheiten brüchig werden – die Angst als Erkenntnismoment.

Ein Gemälde, auf dem zentral ein Frauenportrait im Stil der 1950er Jahre gemalt ist, das Gesicht ist umgeben von illustrativen Motiven wie Tarzan, Superman und der US-amerikanischen Flagge.

Galerie Gebrüder Lehmann

お辞儀 / Ōjigi ist japanisch und bezeichnet die Geste der Verbeugung, eine Geste des Respekts, der Aufmerksamkeit. Im Rahmen der Art Düsseldorf steht das Thema für eine bewusste Haltung der Begegnung zwischen Werk, Raum und Betrachtenden

Man sieht zwei Männer in Anzügen, Walther Gehlen und Gilles Neiens, in einer alten Industriehalle auf dem Areal Böhler stehen, wo die Art Düsseldorf stattfindet.

Walter Gehlen, Direktor der Art Düsseldorf, und Gilles Neiens, künstlerischer Leiter.

Neben den Themenfeldern sind es die Sektionen, die die Art Düsseldorf prägen. In der Sektion Solo setzen Galerien Einzelpräsentationen ihrer Künstler*innen um. Die Sektion Next wiederum widmet sich neuen und jungen Galerieprogrammen. Zum zweiten Mal gibt es die Sektion Paper, in der sieben Galerien vertreten sind. Gezeigt wird auch eine Solo-Präsentation von Keiichi Tanaami. Pola van den Hövel kuratiert die Sektion Fragile Realities mit Fokus auf von Frauen geführten oder gegründeten Galerien. „Gerade in einem anspruchsvollen Marktumfeld zeigt sich, wie wichtig Vertrauen und Verlässlichkeit sind“, so Walter Gehlen, Direktor der Art Düsseldorf. „Dass so viele Galerien erneut teilnehmen und wir zugleich neue hochkarätige Galerien gewinnen konnten, verstehen wir als Bestätigung unseres Ansatzes.“

art-dus.de

Text: Cynthia Blasberg
Fotos: Art Düsseldorf

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