Kneipenchor Düsseldorf – Zu Besuch bei den Altbierstimmen

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„Dieses Phänomen Kneipenchor basiert ein bisschen darauf, dass man einfach nur Spaß an der Sache hat.“ (Wibke)

Der Kneipenchor Altbierstimmen trifft sich einmal im Monat in Agatas Kneipe Cemil’s Manage in Oberbilk zur Probe. Wir haben den Kneipenchor dort besucht und wir sind nicht die Einzigen. Ein Team vom WDR hat bereits O-Töne eingefangen und wartet wie wir darauf, dass die Probe losgeht. Gute Laune und Vorfreude auf das gemeinsame Singen prägen die Stimmung, während die Mitglieder nach und nach ankommen. Agata aber ist die gute Seele der Eckkneipe und versprüht diese unvergleichliche Herzlichkeit, die man in der für Düsseldorf typischen Kneipenkultur findet.

Julia Böhm (li) & Wibke Müller, Gründerinnen der Altbierstimmen.

Sobald die rund 30 Sänger*innen und Musiker ihre Plätze eingenommen haben, geht es los und sie singen I want it that way von den Backstreet Boys. Ein Gänsehautmoment. Der Spaß am Singen, das gemeinschaftliche Gefühl, das entsteht, ist voller Energie und einfach nur schön. Man möchte sofort mitmachen. Ob das möglich ist, wie die Idee entstand und wo man den Kneipenchor live erleben kann, haben wir im Interview mit Julia Böhm und Wibke Müller erfahren.

Ihr probt mit eurem Kneipenchor Altbierstimmen bei Agata in Oberbilk in der Kneipe Cemil’s Manage. Wie ist es dazu gekommen?
Julia: Ich wohne in Oberbilk ein paar Straßen weiter. Cemil’s Manage ist für mich die nächstliegende Kneipe. Ich bin einfach irgendwann bei Agata reingestolpert. Wenn man ein paar Mal bei Cemil’s Manage war, dann hat man sehr schnell einen Draht zu Agata. Man wird von ihr dann mit Schatz angesprochen. Es ist einfach ein Ort mit Herz und Charakter und das ist sehr, sehr, sehr schön. Und es ist eine richtige Kneipe.
Wibke: Es ist ein ehrlicher Ort. Und die Art wie wir singen, unser Chor, das ist auch ehrlich. Was passiert, passiert im Moment. Es gibt keine Möglichkeit zur Korrektur, es nochmal neu zu machen. Deswegen passen der Chor und die Kneipe Cemil’s Manage von Agata total gut zusammen.

Ihr habt den Kneipenchor gemeinsam gegründet. Woher kommt die Idee? Und warum ein Kneipenchor?
Julia: Ich hatte in anderen Städten wie Köln und Hamburg einige Chöre entdeckt. Mir hat die Stimmung gefallen und auch, dass die Leute vielleicht nicht perfekt singen konnten, aber einfach Spaß am Singen und Auftreten hatten. Das hat mich inspiriert. Ich singe ohnehin gerne und glaube, dass es Leute verbindet. Und ich wusste, dass Wibke das gut kann. Ich singe zwar gerne, habe aber kein Gefühl für Musik, ich kann zum Beispiel nicht im Takt klatschen. (Lacht.)
Wibke: Dieses Phänomen Kneipenchor basiert ein bisschen darauf, dass man einfach nur Spaß an der Sache hat. Ich glaube, es steht auch mehr die Gemeinschaft als Chor an sich im Vordergrund. Man muss keine Angst haben, dass man nicht gut genug singen kann. Und mit Julias Idee bei Agata zu proben, passte alles.
Julia: Man muss sagen, dass am Anfang vor allem unsere Freund*innen mitgemacht haben. Wir waren dann bei der ersten Probe trotzdem 15 bis 20 Personen. Damit hatten wir nicht gerechnet, das hat uns überrascht.

Wie hat sich euer Chor in den letzten drei Jahren entwickelt?
Wibke: Wir haben irgendwann gemerkt, dass wir zu viele werden und niemanden mehr aufnehmen können. Aber seitdem machen wir als Gruppe Fortschritte, die Proben sind intensiver und es entstehen Freundschaften.
Julia: Wir sind organisch gewachsen. Und auch auf Grund der Größe der Kneipe mussten wir irgendwann sagen, es passen einfach keine Leute mehr rein. Wir hatten bis letztes Jahr eine Warteliste. Dann wurde uns bewusst, dass die Liste eine Illusion ist, weil wir neue Mitglieder nur aufnehmen können, wenn auch welche den Chor verlassen.
Wibke: Es geht aber niemand.
Julia: Keine*r.

Stimmt es, dass ihr letztes Jahr am Büdchentag zum ersten Mal im Reinraum aufgetreten seid? Und ihr am kommenden Büdchentag, am 5. September, wieder dort singt?
Julia: Ja, im Reinraum war unser erster Auftritt. Dieses Jahr wollen wir dort früh singen, damit wir noch gemeinsam um die Häuser ziehen können.
Wibke: Wir finden der Büdchentag ist einfach eine der coolsten Veranstaltungen in Düsseldorf. Büdchen sind unkomplizierte Orte, an denen man gerne verweilt. Auch dort geht es um Gemeinschaft. Manche finden es vielleicht ein bisschen schäbig, aber ich fühl mich dort heimisch. Man bekommt immer Hilfe, wenn irgendetwas ist.
Julia: Ich habe meinen 30. Geburtstag im Büdchen gefeiert. Das war toll.

Wie wählt ihr euer Repertoire aus? Bestimmt ihr das gemeinsam oder gebt ihr das vor?
Wibke: Ich fühle mich immer ein bisschen schlecht, wenn ich das so sage, aber primär suche ich die Songs aus. Ich achte darauf, ob man ein Lied schnell lernen kann. Die Toleranzgrenze ist eher gering, wenn es schwierig wird. Im Grunde müssen die Songs nach dem ersten Mal sitzen. Damit meine ich nicht, dass es hundertprozentig klappen muss. Aber ein Verständnis wie der Vers und Chorus funktioniert, muss da sein. Es muss vor dem Hintergrund, dass wir zweieinhalb Stunden im Monat proben, abbildbar sein. Ich mache das jetzt seit drei Jahren und kann das, glaube ich, ganz gut einschätzen.

Es scheint, dass ihr mittlerweile öfters auftretet. Plant ihr – außer am Büdchentag im Reinraum – weitere Auftritte?
Wibke: Die Bereitschaft aufzutreten ist gewachsen, das hat sich mit der Zeit ergeben. Wir haben uns als Chor und als Gruppe inzwischen gefunden. Vielleicht ist auch die Ernsthaftigkeit gewachsen und Auftritte liefern einen guten Grund, Songs wirklich fertig zu proben. Die Aufregung vor einem Auftritt, schweißt natürlich enorm zusammen. Und wenn es cool läuft, wie am Büdchentag, und wir wieder im Reinraum singen dürfen, dann sind wir auch stolz darauf.
Julia: Am Büdchentag mit Auftritten zu beginnen, war auch deswegen richtig, weil wir den Tag unterstützen wollten. Danach wollten ein paar von uns weiter auftreten. Im Augenblick schaffen wir drei Auftritte im Jahr. Denn mehr Auftritte heißt auch mehr Proben und Vorbereitung. Wobei wir in diesem Jahr öfter als drei Mal aufgetreten sind. Der CSD hatte uns zum Beispiel angefragt und das ist halt eine coole Sache, die wir nicht absagen wollten.

Zum Schluss noch eine Frage: Was war euer erster Song?
Wibke: Oh, spannende Frage. Ich glaube, das war Paparazzi von Lady Gaga.
Julia: Das kann gut sein. Oder vielleicht Flowers von Miley Cyrus?

Weitere Informationen bei Instagram unter altbierstimmen_kneipenchor.

Wo kann ich den Kneipenchor Altbierstimmen sehen?

Der nächste Termin ist am 5. September beim Büdchentag im Reinraum.
Es ist übrigens das zehnjährige Jubiläum des Büdchentag.

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Backstreet Boys Residency in Düsseldorf

Vom 25. September bis 7. Oktober 2026 residieren die Backstreet Boys in Düsseldorf und spielen zehn Konzerte in der Merkur Spiel-Arena. Düsseldorf ist die einzige Station der Backstreet Boys in Europa.
Weitere Informationen zur der Backstreet Boys Residency.

Text: Cynthia Blasberg
Fotos: Uwe Kraft

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