
6 Spots für Wine and Dine in Düsseldorf
Wine and Dine – Wo Riesling, Barolo, Sancerre auf Boeuf Bourguignon und Lachs-Sashimi mit Orangen-Ponzu treffen.
Wine and Dine-Restaurants in Düsseldorf sind mal kreativ und crossover, mal schnörkellos italienisch oder französisch inspiriert. Doch eines bleibt gleichermaßen hoch: der Anspruch an das Glas Wein und die Präzision auf dem Teller. Denn Düsseldorf schätzt nicht nur einen feinen Tropfen – Düsseldorf liebt es, dazu hervorragend zu essen. Ambitioniert kuratierte Weinkarten treffen auf Kulinarik mit frischen Ideen. Wir haben für euch sechs Wine and Dine-Lokale, die für durchdachte Pairings stehen und charaktervolle Jahrgänge und Gerichte, die im Gedächtnis bleiben.




Rocaille
Es gibt Orte, von denen man sofort eingenommen ist. Im Weinbistro Rocaille warten gleich am Eingang edle Flaschen Crémant und Weißwein, lässig auf Eis gebettet, genossen zu werden. Frische Blumen schmücken den Raum, Kunst hängt an den Wänden, gedämpftes Stimmengewirr liegt in der Luft. Das Wine and Dine-Lokal macht mit seiner Karte eine deutliche Ansage: über 2.400 Positionen, 35 bis 40 offen, und damit eine Auswahl, die zu den Größten der Stadt zählt. Dank der ebenso charmanten wie unaufgeregten Bistro-Attitüde wirkt das Rocaille trotz dieser Wucht an Vielfalt nicht protzig. Die Küche bewegt sich zwischen französischen Klassikern und distinguiertem Crossover. Der Oktopus ist im Kern butterzart und außen crunchy, serviert mit Tomate, Oliven und Drillingen, entfalten sich Aromen von salzig hin zu süß mit leicht rauchiger Note. Dazu ein Wein vom österreichischen Weingut Zwillinger: kühl, mineralisch, mit vibrierender Säure. Ein wahrer Schatz ist die hauseigene französische Patisserie. Das Rocaille ist ein veritabler Repräsentant von Slow Food mit aller gegebener Geduld und Respekt vor den Produkten. Versinnbildlicht werden diese Prinzipien mit der Schnecke im Logo des Wine and Dine-Restaurants. Denn das Rocaille in Derendorf ist kein Ort für schnelle Dinner. Sondern ein Lokal für Genuss, der sich entfaltet – Glas um Glas und Bissen für Bissen.
Weitere Informationen unter rocaille.de.

Fleckensteins
Was einst als Feinkostgeschäft begann, ist heute ein Restaurant mit Seele. Vorne führt die sehr herzliche Christine Fleckenstein gelassen und professionell durch den Abend. Hinten in der offenen Küche steht ihr Mann Marcus Flecki Fleckenstein, reduziert Fonds, feilt an Würzmischungen und kocht, was ihn begeistert. Man spürt wie eingespielt die Eheleute sind. Die Karte wechselt alle 14 Tage und bietet kreative Hausmannskost. Das Boeuf Bourguignon, geschmort in Pinot Noir aus dem Burgund, ist geschmacksintensiv, wie es sich für den französischen Klassiker gehört. Die selbstgemachte Pasta wie Rigatoni con Salsiccia oder Lasagne vom Kalbsragout untermauern das solide Kochhandwerk. Wohingegen kreative Tapas wie Blutwurst im Filoteig mit Trüffelmayonnaise, Chorizo in Rotwein-Schokolade, Gyoza oder Pulled Pork-Bites überraschende Akzente setzen. Chefkoch Flecki lässt sich von Einflüssen aus aller Welt inspirieren. Und wie es sich für ein Wine and Dine-Restaurant geziemt, trifft Kulinarik auf ausgewählte Weine. Es sind rund 180 Positionen, sorgfältig und passioniert ausgesucht von großen namhaften wie auch von kleinen unbekannten Weingütern. Übrigens das spannendste Gericht auf der Karte hört auf den Namen: Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt. Und es ist erstaunlich wie oft ausgerechnet das Überraschungsmenü zum Höhepunkt eines Abends wird. Unbedingt erwähnenswert sind die alten Kegelbahnen, auf denen man nach dem Essen alle Neune holen kann. Eine der alten Bahnen dient übrigens nach entsprechendem Umbau als Weinkeller. Das Fleckensteins in Pempelfort ist familiär, kreativ und unglaublich gemütlich – eine kulinarische Perle mit Seele.
Weitere Informationen bei Instagram unter fleckensteins.de.




Oy
Ein „Oy“ kann vieles heißen – Überraschung, Begeisterung, ein kleiner Ausruf des Staunens. In Düsseldorf steht es seit Mai 2025 vor allem für eines der entspanntesten und zugleich spannendsten Szenerestaurants der Stadt. Die reduzierte Barästhetik hat das Oy von seinem Vorgänger William’s Bar übernommen und auch das Publikum ist nach wie vor jung und stilbewusst. Das Konzept des Wine and Dine-Restaurants ist simpel: teilen, probieren, kombinieren. Mediterrane Aromen treffen auf japanische Präzision und eine spürbare Lust am Produkt. Lachs-Sashimi mit Orangen-Ponzu, fein austariert zwischen Süße und Säure. Yellow Fin Tuna-Tatar mit knusprigem Buchweizen-Chip – Frische trifft Textur. Oktopus vom Grill mit Hummus, aromatisch und zart zugleich. Goldbraune Arancini mit Gambas und Arrabbiata bringen Wärme und eine feine Schärfe ins Spiel. Vorab: eisgekühlte Austern, voller Meeresaromen wie ein Tag in der Bretagne, sind der perfekte Auftakt zum ersten Glas. Rieslinge und Orange Wines bilden den Kern der rund 100 Positionen starken Weinkarte. Die Beratung ist locker, präzise, ohne Fachsimpelei, dafür mit Gespür für Kombinationen und Timing. Das Oy in Friedrichstadt ist urban und lebendig – ein Restaurant, das Genuss modern interpretiert.
Weitere Informationen bei Instagram unter @oy_dus.

Janot‘s Bar Bistrot
Das Licht fällt warm wie durch Bernstein gefiltert in das üppig bepflanzte Restaurant. Dicht an dicht stehen Bistrot-Tische im Janot’s in Flingern. Ein stetiges, vibrierendes Murmeln durchzieht den Raum, Gläser klirren leise, Teller wandern über die Tische. Man sitzt nah beieinander, rückt zusammen, teilt Gerichte und Getränke. Denn genau darauf soll es hinauslaufen, das ist das Konzept. Die Sharing-Küche pendelt gekonnt zwischen Frankreich und Fernost. Rindfleisch-Tataki kommt zart und präzise geschnitten, mit genau der richtigen Balance aus Umami und Säure. Das Makrelen-Sashimi verbindet leichte Frische mit einer geschmacklich erdenden Tiefe. Der Blumenkohl mit Limette überrascht mit Zitrusschärfe und der Hokkaido mit Miso und Schafskäse spielt süß, salzig und würzig gekonnt gegeneinander aus. Die Weinkarte setzt auf Naturweine aus Deutschland, Österreich, Frankreich und Spanien – es dominieren junge Winzer*innen und ihre Weine mit viel Charakter und wenig Konventionen. Man trifft sich im Janot‘s auch noch spät auf einen Happen, auf ein Glas, auf einen schnellen Absacker – der dann doch länger dauert. Die Atmosphäre ist unkompliziert, lebendig und genau richtig für Abende, die sich nicht planen lassen – sondern einfach passieren.
Weitere Informationen unter janotsbarbistrot.de.




Primitivo
Zu Füßen Mosaikfliesen mit atemberaubend schönen Ornamenten, stilsicher kombiniert mit roten Samtsesseln, getaucht in einladend warmes Licht. Die handgeschriebene Karte wirkt, als stamme sie direkt aus einer Mailänder Trattoria. Wir aber sind mitten in Pempelfort, wohin das Primitivo ein kleines Stück Italien katapultiert hat. Die kulinarischen Klassiker sitzen: Cacio e pepe – cremig, pfeffrig, perfekt emulgiert, die Pasta genau al dente. Die Vorspeise Monte e Mare ist eine wunderbar mediterrane Komposition aus Tuna und Vitello. Die Spaghetti alle Vongole duften nach Weißwein, Knoblauch und Adria, so klar und so aromatisch. Doch kommen wir zu den großen Tellern: Das Ossobuco Milanes ist butterzart geschmort, mit intensiver, sauber balancierter Sauce auf Safranrisotto. Die Kalbsleber ist auf den Punkt, aromatisch und saftig. Der Rochen mit Wildfenchel und Kapernbutter zerfällt auf der Zunge, der Fenchel sorgt für einen ätherischen Kick. Gerne steht der Chef persönlich am Tisch und führt durch die Tageskarte. Sie ist inspiriert vom morgendlichen Einkauf, der entsprechend saisonal ist. Hinzukommen die über 120 Weine von höchster Qualität – von Barolo über Brunello bis Lugana und natürlich Primitivo in all seinen Facetten. Im Primitivo findet man authentische italienische Küche mit hoher Weinkompetenz.
Weitere Informationen bei Instagram unter @primitivoduesseldorf.

Em Brass
Raumhohe Weinregale dominieren das Interior des Restaurants. Die hohen Tische mit ihren kühlen Marmoroberflächen setzen helle Spots im gedimmt beleuchteten Raum. Das Em Brass hat ihn, den urbanen Hotspot-Faktor. Man erkennt schon beim Eintreten, es geht um Stil, Wein und die mittlerweile stadtbekannte Crossover-Küche. Gäste erwartet ein selbstbewusstes Match der internationalen Küche. Es gibt Ceviche vom Loup de Mer und Oktopus mit Aji Amarillo, Koriander, Erdnuss und Süßkartoffel. Das Tuna Tatar vom Yellow Fin trifft auf Aprikose und Limettencreme. Die Pasta ist überwiegend hausgemacht. Spaghetti alla Chitarra mit ’Nduja und Burrata schmeckt spicy und sehr cremig. Wer es klassischer liebt, greift zu Rigatoni Carbonara oder Taglioline mit Trüffel. Bei den Hauptgerichten begegnet das Entrecôte vom Black Angus auf gebratenen Oktopus gebettet auf Fregola, Blattspinat und Bonito. Die Weinkarte ist beeindruckend umfangreich: deutsche Spitzenweingüter neben sorgfältig kuratierten Importen aus Österreich, Frankreich und Italien. Über 20 Positionen gibt es offen – vom Crémant bis zum biodynamischen Pfälzer Weißburgunder. Die Beratung ist professionell, aber angenehm unprätentiös, der Service auffallend flott und bleibt selbst bei vollem Haus souverän. Anspruchsvoll, aber lässig, dafür steht das Em Brass.
Weitere Informationen bei Instagram unter @em.brass.
Text: Karolina Landowski
Fotos: Kristina Fendesack
Das Aufmacherfoto zeigt Janot’s Bar Bistrot.
(Wir bemühen uns um Richtigkeit aller Angaben, können aber keine Gewähr übernehmen.)

Führung
Weinbar Düsseldorf Tour – Auf ein Glas
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