Alexandra Waierstall: Seconds in Clouds
Licht wird zum skulpturalen Material, Musik zum tragenden Grund, Soli verdichten sich zu Pausen, Duette gehen in der Gruppe auf.
Mit "Seconds in Clouds" reagiert Alexandra Waierstall auf unsere Gegenwart, die durch Beschleunigung, Spaltung und Vereinzelung geprägt ist.
Hierfür stellt sie ihre Choreografie als soziale und zeitliche Skulptur vor – Besucher*innen sind eingeladen, in einen anderen Zeitrhythmus einzutreten. Eine Suche nach dem Gespür für Atmosphären, sich wandelnden Beziehungen sowie den zerbrechlichen Intensitäten des Zusammenlebens. Voller Begegnungen entsteht ein flüchtiges Gefüge aus Präsenz, Aufmerksamkeit und Zusammenleben – zerbrechlich, intensiv und im Moment.
Seconds in Clouds ist das neue Werk der Düsseldorfer Choreografin Alexandra Waierstall. In Auseinandersetzung mit der skulpturalen Sprache von Rita McBride – insbesondere ihrer Arbeit Arena Seating (1999, Mahagoni auf Sperrholz, Stahl, 216 x 216 x 198 cm) – entwickelt sich das Stück in Zusammenarbeit mit der Lichtdesignerin Caty Olive, dem Komponisten und Pianisten Volker Bertelmann alias Hauschka sowie Tänzer*innen verschiedener Generationen zu einer wandelbaren Raumkomposition. Minimal und skulptural, atmosphärisch von wechselnder Durchlässigkeit und Monumentalität geprägt sowie von einer feinen Konzentration getragen, schwingen hier fortwährend Präsenz und Zeit.
Alexandra Waierstall, in England geboren, auf Zypern aufgewachsen und in Düsseldorf lebend, arbeitet als Choreografin und Künstlerin lokal verankert mit internationaler Ausstrahlung. Ihre konzeptuell-physisch geprägten Arbeiten äußern sich in Choreografien, Installationen, Klängen, Texten und Bildern und werden in Theatern, Galerien, Museen, Publikationen und im öffentlichen Raum präsentiert. Darunter Dia:Beacon in New York, Musée du Louvre, Sadler’s Wells, Dansenshus Oslo, Athens Epidaurus Festival, Mousonturm, Crossing Festival Beijing, Fringe Festival Shanghai, International Festival Seoul, Dansenshus Stockholm, Forum Mundial Sao Paolo, De Pont Museum, Kunsthalle Mannheim und Bauhaus Museum Dessau. Zudem wurde sie u. a. eingeladen, Stücke für die National Dance Company of Wales und tanzmainz zu kreieren. Ihre Arbeit wurde von Netzwerken wie Aerowaves, Modul Dance, IDEE – Initiatives in Dance through European Exchange sowie Chin-A-moves ausgewählt und unterstützt. Seit 2007 wird ihre Arbeit vom tanzhaus nrw koproduziert. 2025 ist das Buch And here we meet: Choreography at the edge of time im Verlag Theater der Zeit erschienen, eine Fortsetzung ihrer Arbeiten, die einen weiteren Raum öffnet: Seiten, die – trotz ihrer Zweidimensionalität – nachhallen, kreative Räume durch die Reflexion vergangener Projekte erschließen und Fragen für die zukünftige Arbeit aufwerfen. (Quelle: tanzhaus nrw)