Im Film erscheint die Hexe mal als feministische Rebellin oder Hüterin verborgenen Wissens, mal als Verkörperung des Bösen oder Gesandte des Teufels.
Doch jenseits dieser Projektionen existiert eine reale Bewegung selbsternannter Hexen. Der Vortrag zeichnet die verzweigte Entstehungsgeschichte des modernen Hexentums nach und untersucht, welche Spannungsfelder dabei zutage traten: vom britischen Wicca über die feministische Göttinnenbewegung der 70er Jahre bis hin zu den Hexen, die heute auf Social Media Einblicke in ihre magisch-religiöse Praxis gewähren. Zwischen politischem Aktivismus und neoliberaler Marktlogik, zwischen Naturverbundenheit und Neotribalismus zeigt sich: Die Hexe lebt vom Widerspruch.
The Wicker Man (GBR 1973, OmU, 101 Min.): Eine anonyme Mitteilung über ein spurlos verschwundenes Mädchen führt einen Polizisten auf eine abgelegene Insel vor der Küste Schottlands. Das seltsame Verhalten der Einheimischen löst bei ihm jedoch zunehmend Unbehagen aus. Weitere Nachforschungen bringen ihn auf die Spur eines heidnischen Kults, der unter der Oberherrschaft eines Adligen paganistische Rituale praktiziert.
Ein ungewöhnlicher Horrorfilm ohne grobe Schockeffekte, der eine Atmosphäre des permanenten Schreckens erzeugt und von einer surrealen Tonalität, suggestiver Folk-Musik und bizarren Gesangseinlagen getragen wird. (Quelle: Filmwerkstatt Düsseldorf)