Radikal, lebendig, kompromisslos: Das Werk von Florentina Holzinger zählt zum Eindrucksvollsten, was der Kulturbetrieb derzeit zu bieten hat.
Bei der Biennale 2026 in Venedig wird Holzinger ihr Heimatland Österreich repräsentieren, ab der Spielzeit 2026/27 ist sie Teil des künstlerischen Leitungsteams der Berliner Volksbühne. In exzessiven Bühnenspektakeln befreit die Wiener Choreografin den weiblichen Körper von Schönheitsnormen und Rollenmustern, um ihn in seiner ganzen Verletzlichkeit und Stärke zu zeigen. Das asphalt Festival zeigt Holzingers genresprengenden Arbeiten seit Karrierebeginn und präsentiert nun als Koproduktion ihre neueste Arbeit. »A Year without Summer« wurde als eine der zehn bemerkenswertesten Inszenierungen der Saison zum Berliner Theatertreffen 2026 eingeladen.
Ursprünglich ist 1816 als das »Jahr ohne Sommer« in die Geschichte eingegangen. Nach dem Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien ist der Himmel voller Asche, die Sonne verschwunden, die Ernten sind ausgefallen – und die Welt hungert. Die kalten Sommermonate verbringt die 18-jährige Mary mit anderen Dichter*innen am Genfer See, wo Sturm und Dunkelheit sie zu Gruselgeschichten inspirieren. Mary denkt sich Dr. Frankenstein aus, ein wissenschaftliches Genie, das die Natur zwingt, sich seinem Willen zu beugen, und mit seinem aus Leichenteilen zusammengesetzten Monster in der Destruktion endet. (Quelle: asphalt Festival gGmbH)