asphalt Festival 2026: Futur3 - Making the Story
Wie nehmen wir den Krieg in der Ukraine wahr? Entscheidend für dessen Darstellung in den westlichen Medien sind Menschen, die mitten im Kriegschaos arbeiten und deren Geschichten kaum jemand kennt: sogenannte Fixer*innen, die internationale Journalist*innen bei deren Kriegsberichterstattung unterstützen.
Sie führen Reporter*innen durch zerstörte Städte, öffnen Türen zu traumatisierten Familien und tragen Verantwortung in Momenten, in denen jedes Detail über Leben und Tod entscheiden kann. »Making the Story« rückt diese Unsichtbaren ins Licht. Basierend auf einer Recherchereise in die Ukraine und intensiven Gesprächen mit Fixer*innen und Journalist*innen ist ein Stück Doku-Theater entstanden, das nicht nur informiert, sondern tief berührt und herausfordert. Die Inszenierung macht erfahrbar, welche ethischen Dilemmata, welche Verletzlichkeiten, welche Kraft und welcher Mut hinter der scheinbaren Objektivität der Nachrichten stecken. Der reale Fall einer jungen Fixerin, die während eines russischen Raketenangriffs ums Leben kam und deren Familie nun in den USA klagt, zeigt, wie politisch und menschlich brisant dieses Arbeitsfeld ist. Wer trägt Verantwortung? Wer erzählt wessen Geschichte? Und was kostet es, wenn man für die Wahrheit sein Leben riskiert? »Making the Story« wurde ausgezeichnet mit dem Kurt-Hackenberg-Preis für politisches Theater 2025 und war nominiert für den Kölner Theaterpreis 2025 und das nachtkritik-Theatertreffen 2026.
Seit Beginn der russischen Vollinvasion der Ukraine im Februar 2022 macht asphalt in jeder Festivalausgabe aktuelle Positionen zur Ukraine sichtbar und hörbar, lädt ukrainische Künstler*innen ein und gibt Einblick in die Reichhaltigkeit und Vielfältigkeit der ukrainischen Kunst- und Kulturszene.
Futur3 wurde 2003 von den Theatermachern André Erlen, Stefan H. Kraft und Klaus Maria Zehe als Plattform für ihre Theaterarbeit in Köln gegründet. Das Kollektiv sucht für seine Produktionen Aufführungsorte außerhalb fester Theaterhäuser, macht oft die Stadt selbst zur Bühne und inszeniert mit aufwändiger Logistik auf einen bestimmten Raum hin. Futur3 sucht nicht nur eine transdiziplinäre Zusammenarbeit mit Autor*innen, Musiker*innen, Tänzer*innen, Wissenschaftler*innen oder Streetworker*innen, sondern ebenso die Internationalität: Arbeitskontakte, Festivaleinladungen und Koproduktionen mit Theaterkünstler*innen in der Ukraine, Polen, USA, Italien, Israel, Singapur, Schweiz und Belgien haben die Arbeiten der letzten Jahre bereichert. (Quelle: asphalt Festival gGmbH)
Sprache: Deutsch mit ukrainischen und englischen Übertiteln