asphalt Festival 2026: Kaleb Erdmann - Die Ausweichschule
Am letzten Tag der Abiturprüfungen im Jahr 2002 fallen Schüsse im Erfurter Gutenberg-Gymnasium.
Kaleb Erdmann erlebt diesen Tag als Elfjähriger, wird mit seinen Mitschüler*innen evakuiert und registriert in den folgenden Wochen die Hilflosigkeit der Erwachsenen im Angesicht der Tat. Mehr als 20 Jahre später beschäftigt er sich für ein literarisches Projekt erneut mit dem Amoklauf. »Die Ausweichschule« war für den Deutschen Buchpreis 2025 nominiert und gewann den Förderpreis von Deutschlandfunk Kultur. Der Roman ist ein gekonntes Spiel mit Perspektiven. Kaleb Erdmann geht dabei mit dem Publikum und sich selbst als Erzähler kritisch um: Wie voyeuristisch ist unser Interesse an Gewalttaten? Was gibt ihm selbst das Recht, über diesen Tag zu schreiben? Ein pointierter, persönlicher Text, der Worte für das Unsagbare findet und den Spagat zwischen Ernst und Leichtigkeit bravourös meistert.
Kaleb Erdmann (*1991) war Finalist des open mike und arbeitete als Autor und Redakteur für verschiedene Fernseh- und Unterhaltungsformate, etwa »Till Reiners‘ Happy Hour«. Sein erster Roman »wir sind pioniere« wurde mit dem Debütpreis der LitCologne ausgezeichnet. Erdmann schrieb für das Berliner Ensemble das Stück »Always Carrey On« über den Schauspieler Jim Carrey und gewann zuletzt für sein Theaterstück »Debritz« den Kleist-Förderpreis für neue Dramatik 2026. Der Autor und Dramatiker lebt und arbeitet in Düsseldorf. (Quelle: asphalt Festival gGmbH)
Dies ist eine Kopfhörer-Veranstaltung!
Die Seebühne am Schwanenspiegel schwimmt auf dem Wasser, während das Publikum auf den Terrassen am Ufer sitzt. Ein High-End-Kopfhörersystem verbindet die Zuschauer*innen akustisch mit dem Geschehen auf der Bühne.