asphalt Festival 2026: Verschwinden (Archiv)
Das asphalt Festival zeigt nun die erste institutionelle Einzelausstellung des international renommierten Fotokünstlers in Düsseldorf, mit Werken aus den vergangenen 25 Jahren und ganz neuen, bislang nicht gezeigten Arbeiten. Laurenz Berges dokumentiert Orte, die verlassen wurden. Dabei nutzt er ausschließlich das vorgefundene Licht und verzichtet konsequent auf Inszenierung. Seine Bilder sind stille Zeugnisse gesellschaftlicher Umbrüche, insbesondere des Strukturwandels in Nordrhein-Westfalen. Vormals lebendige Städte und Gemeinden verlieren einen Teil ihrer Bevölkerung, wichtige Sozial-, Wirtschafts-, Bildungs- und Kulturräume werden nicht mehr betrieben, private Wohnungen werden zuerst oft temporär und dann dauerhaft verlassen, ohne dass eine neue Generation nachrückt. Menschen sind auf den Fotografien von Laurenz Berges fast nie zu sehen, doch er deckt die Spuren auf, die sie vor ihrem Verschwinden über Jahre hinweg hinterlassen haben. In der besonderen Architektur des KIT entfaltet sich ein visuelles Archiv, das den leisen Nachhall gelebten Lebens sichtbar macht. Die Ausstellung wird von außergewöhnlichen musikalischen Performances begleitet.
Laurenz Berges (*1966 in Cloppenburg) studierte an der Folkwang-Universität Essen und an der Kunstakademie Düsseldorf. Seine Werke werden international in Museen ausgestellt und sind Teil bedeutender Sammlungen. Genau vor zehn Jahren hat asphalt schon einmal eine Ausstellung mit Fotografien von ihm gezeigt: »Epilog« war 2016 im Weltkunstzimmer zu sehen. Laurenz Berges lebt und arbeitet in Düsseldorf. (Quelle: asphalt Festival gGmbH)