Izvor Pende: Way Of Thinking
Izvor Pende, geboren 1976 in Zagreb, ist ein kroatischer Künstler und zählt heute zu den prägenden Positionen der zeitgenössischen Malerei seines Landes.
Zunächst studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in Zagreb, bevor er von 1998 bis 2002 sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf fortsetzte. Dort war er Schüler von Professorin Rissa und wurde zum Meisterschüler ernannt. Nach seinem Abschluss kehrte Pende 2005 nach Kroatien zurück.
Seit den frühen 2000er Jahren ist Pende international präsent und zeigt seine Arbeiten regelmäßig in Einzel- und Gruppenausstellungen. Seine Werke waren unter anderem in Wien, Bratislava, Dubai, Zagreb und New York zu sehen. Ein besonderer Höhepunkt war die Teilnahme an der Biennale di Venezia 2021, bei der er gemeinsam mit anderen Künstlern an der Ausstellung Point of Interrupted Departures beteiligt war. Heute lebt und arbeitet Pende in Zagreb.
Im Zentrum von Pendes künstlerischer Praxis steht die Malerei als Denk- und Erkenntnisprozess. „Painting is a way of thinking for me, the construction process of the painting depicts the artist’s thought process” (Izvor Pende). Für ihn entsteht ein Bild nicht aus einer festgelegten Idee heraus, sondern entwickelt sich im Verlauf eines malerischen Prozesses. Motive und formale Elemente tauchen in unbekannten Konstellationen wieder auf und werden immer wieder neu in eine Komposition überführt.
Während Pende in früheren Werkphasen häufig figurative Motive und Landschaftsdarstellungen aufgriff, hat er sich in den letzten Jahren zunehmend der abstrakten Malerei zugewandt. Ausgehend von diesen gegenständlichen Ausgangspunkten hat er über Jahre hinweg eine Praxis entwickelt, die sich bewusst von gegenständlicher Bindung löst. Spuren davon bleiben jedoch lesbar, weniger als Zitat denn als Residuum einer Entwicklung „von einer reduzierten, geometrischen Abstraktion in Richtung einer Art figurativen Abstraktion“ (Izvor Pende). Gleichzeitig scheinen in vielen Arbeiten weiterhin Anklänge an organische Strukturen oder landschaftliche Formationen auf. Im Prozess der Abstraktion treten zudem klar gesetzte geometrische Elemente, kräftige Farbbänder sowie lineare Fragmente hervor, die auch für sich genommen eine eigene, spannungsvolle Dynamik innerhalb des Bildraums beziehungsweise des gesamten Werkzusammenhangs entfalten.
Die Malweise selbst wird dabei zu einem entscheidenden Mittel der Raumgestaltung: Lasierend aufgetragene Farbschichten lassen den Bildgrund durchscheinen und erzeugen Tiefe, während deckende Farbflächen den Raum schließen und die Bildoberfläche betonen. Durch diese Wechselwirkung entsteht ein komplexes Spannungsfeld zwischen Fläche und Raum, Bewegung und Ruhe. Die Werke wirken zugleich strukturiert und kontrolliert, aber auch offen, zwischen Intuition und Komposition, zwischen gestischem Farbauftrag und bewusst gesetzter Form.
Die Ausstellung wird von der Kunststiftung NRW finanziert, die mit der Förderung auf die Verbindung von Düsseldorfer Künstler*innen und der kroatischen Kunstszene reagiert. Bei dem von Lina Franko und Andy Slawinski initiierten Projekt 3RD-SPC./RP wurde die Verbindung von Izvor Pende und Vertretenden der Düsseldorfer Kunstszene neu belebt. Die Idee dieser Ausstellung entstand aus dieser Begegnung und richtet den rheinischen Blick nach Südosteuropa und eröffnet den Diskursraum über Düsseldorf als internationale Ausbildungsstätte. (Quelle: Künstlerverein Malkasten)
Ausstellungslaufzeit: 2. Juni bis 29. September 2026.