Katja Stuke & Oliver Sieber: Fax from the Library
„Fax from the Library” begann als Internetprojekt, das sich „mit einer Bibliothek, Vorbildern, Idolen und einem Kopierer” auseinandersetzte.
Ursprünglich um ihre eigene umfangreiche Fotobuch-Bibliothek zu erfassen, kopierten Katja Stuke und Oliver Sieber regelmäßig einzelne Seiten aus Fotobüchern anderer Künstler*innen und übertrugen diese per Fax ins Internet.
Mittlerweile hatten sie auch Einblick in anderen Bibliotheken, wie z.B. die Fotobuchsammlung des Fotohof Salzburg, des Tanzarchivs Köln oder des Filmmuseum Düsseldorf. Inspiriert von einer Frage Jean Baudrillards – „Haben Sie nie Lust, ein anderer zu sein?“ – wurden verschiedene fotografische Motive kopiert und täglich auf dem Blog veröffentlicht. Diese Kopien bildeten die Grundlage für ein Video, in dem jedes Bild nur für einen kurzen Moment sichtbar ist, bevor es verschwindet und ein neues erscheint. Der Rhythmus des Faxgeräuschs fügt dabei eine weitere Ebene der Wahrnehmung hinzu. Neben den Videos entstanden großformatige Schwarz-Weiß-Kopien eigener Fotografien. Durch die Installation dieser Bilder aus verschiedenen unabhängigen Serien erhalten die Fotografien einen neuen Kontext. Der Kopierer spielt mittlerweile eine zentrale Rolle im Entwicklungsprozess der fotografischen Negative von Stuke & Sieber und hat so zur Herausbildung einer eigenen bildnerischen Sprache beigetragen. „Fax from the Library” wurde zuletzt im Fotohof Salzburg, im Museum Ostwall Dortmund, in der Kunsthalle Gießen, der Fundació Foto Colectania Barcelona sowie in Temple Paris ausgestellt und befindet sich in der Sammlung des Sprengel Museums Hannover.
Katja Stuke und Oliver Sieber verschränken in ihrer Arbeit Fotografie, Publikation, Video und kuratorische Praxis miteinander. Ihre teils langfristigen künstlerischen Recherchen untersuchen verschiedene Bildkulturen und die Zusammenhänge von fotografischen Bildern und gesellschaftlichen Fragestellungen. Sie realisieren seit über 25 Jahren Künstler-Publikationen (als Böhm Kobayashi) und seit 2010 das kuratorische Projekt ANT!FOTO. Sie leben und arbeiten in Düsseldorf. Seit 2005 arbeiten sie regelmäßig im Ausland, oft in Osaka, Tokio, Paris, aber auch in Chicago, Chongqing, Rotterdam, Sarajevo oder Toronto. 2024 wurden sie mit dem MO_Kunstpreis Museum Ostwall, Dortmund, ausgezeichnet., 2023 waren sie Preisträger des „Regards du Grand Paris“. Zuletzt hatten sie ihre Arbeit „Le Monde de Demain“ im Projektbüro des DFI e.V. in Düsseldorf gezeigt. Weitere Ausstellungen waren im Rahmen der Grand Snail Tour der Urbanen Künste Ruhr, Fotohof Salzburg, Casino Luxemburg, Fondation de l’Allemagne, Cité Universitaire Paris, DongGang International Photo Festival oder im Museum für Fotokopie Mülheim an der Ruhr zu sehen. Arbeiten von Katja Stuke und/oder Oliver Sieber befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen, u.a. CNAP (Centre national des arts plastiques, Paris), fotografische Sammlung des V&A London, photographische Sammlung SK-Stiftung Kultur Köln, Folkwang Museum Essen, Kunsthaus NRW Kornelimünster, Kunstpalast Düsseldorf, Stadtmuseum Düsseldorf, MoCP Chicago, Ruhrmuseum Essen, Sprengel Museum Hannover, Fotomuseum Winterthur. (Quelle: Künstlerverein Malkasten)
Ausstellungslaufzeit: 30. Juni bis 4. August 2026.