Kunst im generativen Überfluss
Nach Kurzvorträgen von Hedda Roman und Till Bödeker ein Gespräch mit Sebastian Riemer und Myriam Thyes über kreative und selbst bestimmte Nutzungsmöglichkeiten unterschiedlicher KI-Werkzeuge und anderer digitaler Verfahren im künstlerischen Prozess.
Hedda Roman, das Duo Hedda Schattanik und Roman Szczesny, entwickelt Installationen, in denen Film, Animation, Poesie, Zeichnung, Fotografie, Skulptur und generative Bildverfahren ineinandergreifen. Ihre Arbeit untersucht, wie zeitgenössische Technologien Wahrnehmung prägen und Vorstellungen von Identität, Herkunft und Wirklichkeit hervorbringen. Generative KI erscheint dabei nicht als reibungsloses Instrument der Bildproduktion, sondern als ein Material unter anderen: trainiert, umgelenkt und in ein Spannungsverhältnis zu Sprache, räumlicher Inszenierung und Körperlichkeit gesetzt. Besonders deutlich wird dieser Ansatz in der wiederkehrenden Figur des Oldboy, einem wandelbaren Avatar und Reisenden durch den latenten Raum, in dem synthetische Bilder, fiktive Biografie und poetische Sprache in eine instabile Beziehung zueinander treten. In diesen Arbeiten erscheint Identität nicht als Wesen oder Essenz, sondern als etwas Vermitteltes, Projiziertes und fortwährend neu Zusammengesetztes.
Till Bödeker (*1991) lebt in Neuss und Düsseldorf. Er studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Rita McBride (2024) sowie Philosophie und Germanistik an der Heinrich-Heine-Universität. Seine Installationen, Videos und Objekte bewegen sich an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Philosophie. Zuletzt hatte er u. a. eine Einzelausstellung im Coelner Zimmer (TILT, 2025) und zeigte bei der Gruppenausstellung “Welt, wohin? ZERO und die Gegenwart” (ZERO Foundation / Künstlerverein Malkasten) eine Videoinstallation, die aus Serverschränken bestand. Auf der Art Düsseldorf präsentiert er dieses Jahr HOTRON: Ein Roboterhund durchläuft die Messe und erzeugt eine im Livestream verfolgbare akkumulierende Thermalkarte der Messestände und Besucher:innen. (Quelle: Künstlerverein Malkasten)