Nadja Nafe und Ted Green: Gegenlicht - Kunstgespräch
Kunstgespräch mit Nadja Nafe und Ted Green.
Nadja Nafe - Meisterschülerin der Kunstakademie Düsseldorf bei Katharina Grosse und Markus Lüpertz - bemalt im Projektraum Fünfzehnwochen Gerresheim den Boden, komponiert ihn mit ihren von der Decke hängenden Scherenschnitten, umfasst diese mit ihren großflächigen Malereien und lässt das tagtäglich wechselnde Licht und die Farben der Umgebung ihre Installation mitgestalten. Der spezielle Ort von Fünfzehnwochen ist die Grundlage ihrer Arbeit: Proportionen und Maße des Raumes sowie Lichtsituation und Tageszeit spielen ebenso eine Rolle wie die Möglichkeiten der Wahrnehmung der Installation je nach Standort durch die großen Schaufenster zum Apostelplatz. Nie ist die Installation in Gänze erkennbar, immer müssen die Betrachtenden in Bewegung bleiben, damit sie sich ästhetisch und als Gesamtbild erschließt.
Das ästhetisch Schöne als Selbstverständlichkeit birgt allerdings die Gefahr der Selbstzufriedenheit. Diesem Zustand will Nadja Nafe in ihrer Arbeit nicht verfallen: Denn Selbstgefälligkeit lähmt uns im Wesen im Werden – sie lässt uns verkümmern. Es ist der Drang nach Weiterentwicklung, der das Erlangte oder Geschenkte aufzugeben fordert und fruchtbare Prozesse ermöglicht.
Wenn die Künstlerin also derart gelungene Elemente in ihren Arbeiten findet, dass sie sich geradezu in sie verlieben könnte, kontrastiert sie diese sogleich, zerstört diese konstruktiv mit neuen Malebenen, neuen Schnitten oder neuer Platzierung: Das Werk soll sich stetig durch kontinuierliche Veränderung weiterentwickeln.
Den Verdacht der Stagnation lässt die sich ständig in Licht und Farbe des Außenraums verwandelnde Installation ohnehin nie aufkommen: Die Entschlossenheit ihrer ästhetischen Setzung – im Mit- und Gegeneinander temporärer und dauerhafter Einflüsse - verlangt die gleiche Entschiedenheit beim aktiven Betrachten. Auf Messers Schneide verlässt die Künstlerin den schönen, jedoch statischen Augenblick, um dem bislang Unerlebten einen Flecken seines Reichtums abzuringen.
Vom 14. Februar 26 bis zur Finissage am 31. Mai 26 wird Nadja Nafes Ausstellung jeden Sonntag von 11 bis 13 Uhr zu sehen sein. Zum Kunstgespräch mit Ted Green am 24. April wird zusätzlich eingeladen werden - sowie zur Finissage mit Soundperformance von r.m.r.z. (Sebastian Wulff) und einer Gesprächsrunde mit der Künstlerin Anke Lohrer im Rahmen der Kunstmeile Gerresheim. (Quelle: Fünfzehnwochen)