„Chos Spiel verbindet poetische Linienführung mit strukturierender Intelligenz“, „Virtuose Brillanz trifft erzählerische Poesie“: Ganz klar, Seong-Jin Cho gehört zu jenen Ausnahmetalenten, die nicht nur ihr Instrument perfekt beherrschen, sondern auch die Gabe haben, spannende musikalische Geschichten zu erzählen.
Ein Paradebeispiel hierfür ist das Heinersdorff-Programm des koreanischen Superstars: Nicht nur spannt es einen Bogen vom Klangmagier Mozart über den Klaviergott Prokofjew bis hin zu Jörg Widmann und seiner anspielungsreichen Kompositionskunst. Auch die Werke selbst erzählen Geschichten: von der tragischen Liebe Romeos und Julias. Von Krieg und Frieden in Prokofjews „Kriegssonate“ op. 84. Von Felix Mendelssohn, dem der greise Goethe ein bis dahin unbekanntes Mozart-Fragment zum Blattspiel auf den Flügel legte. Und von einem leichtfüßigen Gruß Jörg Widmanns über die Jahrhunderte hinweg an Mozart und seine Sonata facile.
Jörg Widmann: Sonatina facile; Sergej Prokofjew: Romeo und Julia. Zehn Stücke für Klavier op. 75; Wolfgang Amadeus Mozart: Fantasie c-Moll KV 396 (385f); Sergej Prokofjew: Sonate Nr. 8 B-Dur op. 84 (Quelle: KTK Heinersdorff)