Rezeption und Nachleben des Malkästners Adolph Schroedter
Schenkung von Arbeiten von Adolph Schroedter (1805-1875) und Vortrag zu seinem Werk im Rahmen der Ausstellung „reMember“ im Künstlerverein Malkasten.
Adolph Schroeder (1805-1887) zählt heute zu den wichtigsten Vertretern der Genremalerei der Düsseldorfer Malerschule und gilt aufgrund seiner satirischen Grafiken als Pionier des deutschen Comics. Dank zweier großzügiger Schenkungen in den Jahren 2015 und 2025 verfügt der Künstlerverein Malkasten nun über einen großen Teil des künstlerischen Nachlasses seines ehemaligen Mitglieds. In Ausschnitten wird dieser bedeutende Bestand nun erstmals öffentlich in der aktuellen Ausstellung „reMember“ im Künstlerverein Malkasten gezeigt.
Im Rahmenprogramm der Ausstellung spricht die Kunsthistorikerin, Dr. Alina Bock, am 11. August 2026, über Leben und Werk von Adolph Schroedter. Jüngst wurde sie mit einer wissenschaftlichen Arbeit über den Künstler promoviert.
Der umfangreiche Bestand an Arbeiten Adolph Schroedters, über den der Künstlerverein Malkasten verfügt, umfasst Zeichnungen, Druckgrafiken, eine längst verschollen geglaubte Porträtbüste sowie Skizzenbücher und eine Vielzahl an Dokumenten. Auch Werke befreundeter Künstler finden sich in dem Konvolut.
Geboren 1805 in Schwedt/Oder, verstorben 1875 in Karlsruhe, studierte Adolph Schroedter nach einer Lehre als Kupferstecher ab 1827 zunächst an der Berliner, dann ab 1829 an der Düsseldorfer Kunstakademie, dort u.a. bei Wilhelm Schadow. 1846 und 1847 war er Präsident des „Allgemeinen Vereins der Carnevals-Freunde zu Düsseldorf“. Dem Künstlerverein Malkasten gehörte er bis zu seiner Berufung als Professor für Ornamentik an das Karlsruher Polytechnikum im Jahr 1859 an.
Schroedter wird heute zu den wichtigen Vertretern der Genremalerei in der Düsseldorfer Malerschule gezählt, und vertritt hier eine Position mit einer humorvollen Note. Er arbeitete als Maler und Zeichner und war mit Kupferstichen, Illustrationen und Radierungen zu literarischen Texten erfolgreich, beispielsweise zu Cervantes‘ „Don Quijote“. Radierungen und Entwurfszeichnungen zu diesem Thema sind in der Ausstellung zu sehen.
Adolph Schroedter gilt aufgrund seiner satirischen Grafiken auch als Pionier des deutschen Comics. Zudem fertigte er fantasievolle Ornamente und Arabesken, von denen ebenfalls eine repräsentative Auswahl im Malkastenforum gezeigt wird. Schroedter führte ein Leben in einer Künstlerfamilie und war mit vielen Künstlerkollegen eng verbunden. Ein mit Bleistift gezeichnetes Selbstbildnis mit seinem Freund Carl Friedrich Lessing sowie eine Zeichnung Lessings („Felsenschloss“, 1830) stehen für sein Künstlernetzwerk, in dem auch August von Nordheim sich bewegte, der Schroedter in einer Gipsbüste porträtierte.
Die Skulptur gehört in einer Reihe von Porträtbüsten der Mitglieder des Malkastens, die heute nur noch fragmentarisch erhalten ist.
Werke von Adolph Schroedter befinden u.a. in der Sammlung der Nationalgalerie Berlin, des Kunstpalasts in Düsseldorf, des Städel Museums in Frankfurt, der Hamburger Kunsthalle und des Wallraf-Richartz Museums Köln.
Mit der Ausstellung „reMember“ (Malkastenforum, 10. Mai bis 8. September) stellt der Künstlerverein Malkasten Fragen zum Nachwirken künstlerischer Werke und rückt drei Künstlerpersönlichkeiten in den Fokus, deren Œuvres auf unterschiedliche Art und Weise bewahrt werden: Claudia van Koolwijk (1961-2023) und Stefan Demary (1958-2010) sowie Adolph Schroedter (1805-1875). (Quelle: Künstlerverein Malkasten)