Frauen als Widmungsträgerinnen, unfreiwillige Namensgeberinnen oder gar Schülerinnen, die gegen den Strom schwimmen? Wenn Florian Schroeder auf die Musikgeschichte blickt, reibt er sich die Hände.
Bekannt für seine pointierte Aufklärung, nutzt er die Anekdoten hinter den Meisterwerken als gezuckerte Einstiegsluke ins Ungemach der Geschlechterrollen.
Warum heißt Beethovens »Kreutzer«-Sonate so (Spoiler: eine Wiener Schönheit war im Spiel)? Was hat Gustav Holst seiner Mädchenschule zu verdanken (Spoiler: ein schalldichtes Zimmer und mutige Schülerinnen)? Während die jungen, energiegeladenen LGT Young Soloists die Musik von Beethoven bis Sollima zum Klingen bringen, bohrt Schroeder gewohnt scharfsinnig Löcher in die Vierte Wand und stellt Fragen, die vielleicht pointierter sind als Kant es je war.
Erleben Sie die perfekte Symbiose aus Presto und Prusten: Ihr Gefühlsapparat wird geschickt durch Wogen der Rührung (dank der Musik) und Stürme der Heiterkeit (dank Schroeders Analyse) navigiert. Ein Abend, der beweist: Aufklärung und gute Laune schließen sich nicht aus!
LGT Young Soloists; Alexander Gilman, Dirigent; Florian Schroeder, Moderation
Ludwig van Beethoven: Violinsonate Nr. 9 »Kreutzer-Sonate« (1. Satz, arr. für Violine und Streichorchester); Gustav Holst: St. Paul's Suite op. 29/2; Giovanni Bottesini: Grand Duo Concertante für Violine, Kontrabass und Orchester; Paul Hindemith: Trauermusik für Viola und Streichorchester; Giovanni Sollima: »Violoncelles, vibrez!« für zwei Violoncelli und Streichorchester (Quelle: Tonhalle Düsseldorf)