Das Schicksal der afghanischen Frauen war immer verknüpft mit den politischen Interessen der jeweiligen Machthaber im Land.
In der patriarchalen, extrem frauenfeindlichen Tradition der afghanischen Gesellschaft werden sie schon lange als Eigentum ohne jegliche Menschenrechte betrachtet, das ungestraft ausgebeutet, verletzt, missbraucht oder getötet werden kann. Zugleich wurden die Frauen von externen Akteuren systematisch instrumentalisiert, um militärischen Eingriffen einen humanitären Anstrich zu geben, ohne dass es je wirklich um eine nachhaltige Verbesserung ihrer Lebenssituation ging.
Seit ihrer Rückkehr an die Macht im Jahr 2021 haben die Taliban erneut praktisch alle Fortschritte im Land zunichte gemacht. Frauen sind seither gänzlich aus dem öffentlichen Leben verbannt. Für ihre dramatische Notlage und die fortgesetzten drastischen Verletzungen ihrer Menschenrechte interessiert sich die Weltöffentlichkeit nicht mehr.
Im Gespräch mit der Journalistin Edda Dammmüller geht die Ethnologin und Autorin Shikiba Babori den historischen und aktuellen Gründen für die Situation der Frauen in Afghanistan nach. Sie berichtet über die Entwicklung nach 2022. Wie ist die Lage der Frauen heute? (Quelle: FFT)