Something In The Water
Die Ausstellung stellt neu entwickelte Bedingungen für die bildnerische Komposition in den Vordergrund: eine nachdrückliche Rückkehr zur Zeichnung sowie eine erweiterte Verwendung von Bildern – alltäglichen ebenso wie ikonografischen –, die die Malerei für erneuerte narrative Möglichkeiten öffnet.
Die Ausstellung geht aus einem fortlaufenden Gespräch über den Zustand der Malerei in Düsseldorf hervor – einer Stadt, deren Kunstakademie zwar weiterhin die größte Malklasse Deutschlands beherbergt, der jedoch ein klarer zeitgenössischer Bezugsrahmen für das Medium fehlt. Was bedeutet es heute zu malen? Diese Frage zieht sich als roter Faden durch die Ausstellung.
Die hier versammelten fünf Künstler:innen teilen ein erneuertes Bekenntnis zur Zeichnung als kompositorische Struktur. Im Gegensatz zur ahistorischen Abstraktion, die die Malerei vor einem Jahrzehnt dominierte, führen sie langsamere, bewusstere Prozesse wieder ein. Die Skizze kehrt als zentrales Werkzeug zurück und verbindet Zeichnung und Malerei auf eine Weise, die eine größere Kohärenz zwischen Reflexion und Markensetzung ermöglicht.
Kaiser überträgt ornamentale Zeichnung mit bemerkenswerter Präzision in die Bildebene. Choi verdichtet nostalgische Distanz zu urbanen Kompositionen. Kuster verschiebt den Maßstab zwischen Monumentalem und Intimem. Smith positioniert Zeichen aus der Vergangenheit – Friesdarstellungen, Krüge, dekorative Motive – in neuen bildnerischen Hierarchien. Steinbrecher verwebt die Zeichnung in seiner Praxis sowohl als sichtbares Material als auch als architektonisches Gerüst unter der gemalten Oberfläche.
Auf diese Weise verorten sie Figuration neu und lösen sie von einem reduktiven Verständnis von Malerei als direkter Darstellung sozialer Ansprüche, die an vorgegebene Interessengruppen gebunden sind. (Quelle: Wildpalms / Übersetzung Visit Düsseldorf)