Ted Green: Ohrwurm
Ted Green - Meisterschüler von Markus Lüpertz, 1996 - bemalt im Projektraum Fünfzehnwochen Golzheim die Wände eines Raumes in mehreren Etappen.
Dies geschieht direkt, komponiert sie mit seinen Bildern – Öl, Acryl, Sprayfarbe auf Leinwand und Papier – und erforscht so weiterhin die sich wiederholenden, rhythmischen Strukturen, sowie die Hierarchie einfacher, sich überlappender Muster, welche für ihn die gesamte menschliche Existenz durchdringen.
Wie in der frühen dekonstruktivistischen Architektur misstraut Ted Green den gängigen Ausgangspunkten eines Werkschaffens: Intuition, Inspiration, Idee, Fantasie, Spontaneität... und überlässt dem Zufall - z.B. des Würfelns - erste kompositorische und farbliche Entscheidungen. Damit zwingt sich der Maler, seine allzu menschliche Begrenztheit mit jedem Bild ein Stück zu überwinden - eine weiteres Unerwartbares in den Raum seiner Möglichkeiten aufzunehmen.
Seine systematische, malerische Herangehensweise führt zur Visualisierung von Polyrhythmen - zu Anordnungen von mehreren unterschiedlichen gemalten Markierungen. Vorerst werden biomorphe Konturlinien und gegenstandslosen Formen in Intervallen - der visuelle 'Beat' - ausgemessen und anschließend mithilfe selbst erstellter Schablonen in Reihen oder Spalten auf die Bildoberfläche übertragen. Keine der Bilder basieren auf einer vorgefassten Komposition oder gar bestehenden Klangstücken. Es besteht eher ein grobes Spielfeld - die Idee, dass Musik im Allgemeinen aus Repetitionen von akustischen Signalen besteht - und eine Vielzahl selbst formulierter Regeln, in deren Raum der Maler agiert - und die er immer wieder spielerisch bricht, Raum und Regeln ein Stück erweiternd. Denn diesen systematischen Ansatz führt Ted Green auf gestische Weise und allein prozessorientiert aus. Ein bildlicher Widerspruch der ihm als erforschungspflichtig gilt.
Den Zufall bezieht der 1963 in Hermosa Beach, Kalifornien, geborene Maler gern durch das Ziehen von Farbnamen aus seiner 'Pigmentlotterie' ein - oder diktiert sich gewisse Malbefehle durch Multiple-Choice-Tabellen oder Würfeln. (Quelle: Fünfzehnwochen Golzheim)
Erweiterung der Wandbemalung: 15. Februar, 15. März, 12. April und 3. Mai 2026, jeweils um 15 Uhr.
Ausstellungslaufzeit: 1. Februar bis 17. Mai 2026.