»Wenn ich das Schweigen breche, dann wird ein Ozean in meinem Kopf platzen.« - Nach dem Tod ihrer Mutter erhalten die Zwillinge Jeanne und Simon den Auftrag, zwei verschlossene Briefe zu übergeben:
Einen an ihren totgeglaubten Vater, den anderen an einen Bruder, von dessen Existenz sie nichts wussten.Ihre Suche führt sie in die fremde Heimat ihrer Mutter Nawal – und in die traumatischen Tiefen ihrer Familiengeschichte. Parallel entfaltet sich in Rückblenden Nawals abenteuerliche Geschichte: ihre große, unmögliche Liebe, die erzwungene Trennung von ihrem Kind und die jahrzehntelange Suche nach ihm im Bürgerkrieg. Die Handlung gipfelt in einer Tragödie von antikem Ausmaß – ein modernes Ödipus-Drama über Identitätssuche, Familiengeheimnisse und die unausweichliche Konfrontation mit der Vergangenheit.
»›Verbrennungen‹ ist ein Stück über den Versuch, in einer unmenschlichen Situation seine Versprechen als Mensch zu halten«, sagt Wajdi Mouawad. Regisseur Bassam Ghazi ergänzt: »Theater ist die Suche nach einer gemeinsamen Sprache, um dem Abgrund des Schweigens zu entkommen.« (Quelle: Düsseldorfer Schauspielhaus)