Vortrag
»Wer hat das letzte Wort?« Erna Scheffler und der Stichentscheid von 1957.
Der Vortrag zeichnet Erna Schefflers Weg nach – von den Hürden als Frau in der Rechtswissenschaft über die Verfolgung im »Dritten Reich« bis hin zu ihrer zentralen Rolle im Kampf um die rechtliche Gleichstellung von Frauen in der Bundesrepublik.
Wer entscheidet in der Ehe – und wer hat das letzte Wort im Recht? Noch bis in die 1950er-Jahre hinein lag die Entscheidungsgewalt im deutschen Familienrecht beim Ehemann. Erst 1957 wurde dieses Prinzip durch eine wegweisende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts – den sogenannten Stichentscheid – gekippt. Im Zentrum stand dabei Erna Scheffler (1893–1983), die erste Richterin des Gerichts.
Scheffler war nicht nur eine juristische Pionierin, sondern wusste aus eigener Erfahrung, was Ausgrenzung und Brüche bedeuten. Als im Nationalsozialismus rassistisch verfolgte Juristin war sie massiven Einschränkungen ausgesetzt. Diese Erfahrungen prägten ihr Verständnis von Recht, Gleichheit und staatlicher Verantwortung nachhaltig.
Im Fokus steht dabei der Stichentscheid von 1957, mit dem das Bundesverfassungsgericht das patriarchale Letztentscheidungsrecht des Mannes für verfassungswidrig erklärte.
Anhand dieses Falls wird deutlich, wie eng juristische Argumentation, gesellschaftlicher Wandel und persönliche Erfahrung miteinander verwoben sind. Erna Scheffler steht exemplarisch für eine Generation von Juristinnen, die das Versprechen der Gleichberechtigung des Grundgesetzes gegen erhebliche Widerstände durchgesetzt haben.
Referentin: Dr. Marion Röwekamp
Eine gemeinsame Veranstaltung von Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Düsseldorf e.V. und Düsseldorfer Beiträge »Respekt und Mut« im Rahmen des Projekts »100 Köpfe der Demokratie« der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. (Quelle: Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus)
Scheffler war nicht nur eine juristische Pionierin, sondern wusste aus eigener Erfahrung, was Ausgrenzung und Brüche bedeuten. Als im Nationalsozialismus rassistisch verfolgte Juristin war sie massiven Einschränkungen ausgesetzt. Diese Erfahrungen prägten ihr Verständnis von Recht, Gleichheit und staatlicher Verantwortung nachhaltig.
Im Fokus steht dabei der Stichentscheid von 1957, mit dem das Bundesverfassungsgericht das patriarchale Letztentscheidungsrecht des Mannes für verfassungswidrig erklärte.
Anhand dieses Falls wird deutlich, wie eng juristische Argumentation, gesellschaftlicher Wandel und persönliche Erfahrung miteinander verwoben sind. Erna Scheffler steht exemplarisch für eine Generation von Juristinnen, die das Versprechen der Gleichberechtigung des Grundgesetzes gegen erhebliche Widerstände durchgesetzt haben.
Referentin: Dr. Marion Röwekamp
Eine gemeinsame Veranstaltung von Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Düsseldorf e.V. und Düsseldorfer Beiträge »Respekt und Mut« im Rahmen des Projekts »100 Köpfe der Demokratie« der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. (Quelle: Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus)