Drummer sind in der Regel nicht zu überhören. Tilo Weber dagegen ist leise. Und doch hat er eine Präsenz wie kaum ein zweiter Schlagzeuger.
Immer wieder stößt er Türen zu etwas Neuem auf und lässt sich nicht auf einen Stil festlegen. Für Kammermusik ist er ebenso offen wie für freie Improvisation, elektronische Musik, Pop, Hip-Hop oder Swing. Seit 2023 verbindet ihn eine enge künstlerische Zusammenarbeit mit PULSE, einem progressiven Ensemble, das die klassische Streichquartettbesetzung auch mal um Synthesizer und Elektronik erweitert und musikalische Ideen frei über Genregrenzen hinweg fließen lässt. Geiger Johannes Haase, Geigerin Susanne Zapf, Bratschistin Yuko Hara und Cellist Jakob Nierenz haben bei Tilo Weber eine Komposition in Auftrag gegeben, die sie im Dezember 2023 im Sendesaal Bremen gemeinsam uraufführten. Das Werk »rainbows« wurde 2025 für den Deutschen Jazzpreis in der Kategorie Komposition nominiert. Bereits 2022 gewann Tilo Weber den Deutschen Jazzpreis für das Arrangement des Jahres. Er kombiniert offene Formen, pulsierende Gnawa-Rhythmen und innovative Spieltechniken zu einem vielschichtigen Ganzen. Sein Schlagzeug erweitert er um indonesische Gamelan-Klangfarben und lässt es transparent mit den Streicherklängen verschmelzen. Im Oktober 2026 erscheint das erste gemeinsame Album der ungewöhnlichen Streichquartett-Schlagzeug-Besetzung auf dem Label Boomslang Records. (Quelle: asphalt Festival gGmbH)