Kulturquartier
Carlstadt
Ganz ohne Zeitmaschine lässt sich im historischen Düsseldorf des 18. Jahrhunderts spazieren – dank Kopfsteinpflaster, klassizistischer Fassaden und nostalgischer Gaslaternen. Das feine alte Viertel vereint Tradition mit Düsseldorfer Lebensart. Wo einst Heine und die Schumanns entlang der Palais der Romantik flanierten, laden heute zahlreiche kleine Geschäfte und Restaurants zum Verweilen ein – in direkter Nachbarschaft zur höchsten Museumsdichte der Stadt mit K21, KIT und vielen weiteren Instituten.
Museen
Dichter geht es nicht
Im Herzen der Carlstadt liegt die Bilker Straße, die den Titel „Straße der Romantik und Revolution“ trägt und an den Dichter Heinrich Heine sowie das Musikerpaar Robert und Clara Schumann erinnert. Sie lebten hier, und heute sind gleich drei Institute ihrem Leben und Werk gewidmet. Auch die übrigen Straßen von Düsseldorfs kleinstem Stadtteil sind reich an Museen und Kulturstätten – teils in prachtvollen historischen Gebäuden, umgeben von idyllischen Grünanlagen oder mit direktem Zugang zur Rheinuferpromenade.
Bars und Cafés
Bitte Carlsplatz nehmen
Lust auf einen entspannten Kaffee oder einen Drink in der Sonne? Dann ist man in der Carlstadt genau richtig. Das Pardo's im Museum K21 bietet ein atemberaubendes Ambiente und eine Terrasse mit Blick in den Park. In den kleinen Gässchen des Viertels laden charmante Bistros wie die Zicke zum Verweilen ein. Und rund um den Carlsplatz – oder direkt auf dem Markt selbst – findet man kulinarisch alles, was das Herz begehrt: von exotisch bis typisch rheinisch. Vor allem aber erlebt man hier Düsseldorfer Lebensart pur – und wenn man möchte, auch sofort ein gutes Gespräch.
Einkaufen
Besonderes finden
Schöner kann man kaum einkaufen: Eingebettet in die Fassaden prächtiger Palais und Patrizierhäuser, erfüllt vom lebendigen Treiben der Menschen, entfaltet sich in der Carlstadt eine bunte Vielfalt kleiner, meist inhabergeführter Läden und Ateliers. Wer auf der Suche nach einem Jugendstil-Silbertablett ist, wird in einem der charmanten Antiquitätengeschäfte fündig. Und beim Stöbern entdeckt man vielleicht ein Chanel-Kostüm aus der Winterkollektion 1985 – oder liebevoll gefertigtes Kunsthandwerk und einzigartig designte Objekte.
Wissenswertes
Carlstadt-Insights
Heute sind die urbanen Wasserflächen Schwanenspiegel und Spee‘scher Graben wahre Kleinode der Ruhe im großstädtischen Treiben. Kaum zu glauben, dass sie vor über 200 Jahren zu Düsseldorfs Stadtbefestigung gehörten und hier einst scharf geschossen wurde.
Wenn der junge Heinrich Heine auf dem Weg zur Schule oder zu seiner ersten Liebe war, der rothaarigen Tochter des Henkers, führte ihn sein Weg stets an jenem Haus vorbei, in dem sich heute das Heinrich-Heine-Institut seinem Leben und Werk widmet.
Bis heute wird über die richtige Schreibweise des Marktes diskutiert. Bei der Gründung der Carlstadt wurde er als Carlsplatz angelegt. Ab 1910 war der Karlplatz, nun mit K und ohne s geschrieben, endgültig als Wochenmarkt etabliert. Inzwischen ist das s zurückgekehrt, ebenso wie das ursprüngliche C – dank der Initiative einer engagierten Bürgergesellschaft.
Düsseldorf wuchs, und ab Mitte des 18. Jahrhunderts brauchte die Stadt mehr Wohnraum. Wo zuvor Befestigungsmauern einengten, entstanden in schachbrettartiger Anordnung neue Straßen für Adel, hohe Beamte, Offiziere und wohlhabende Kaufleute. In der Carlstadt zu wohnen galt als posh – damals wie heute.