Kulturquartier
Akademie
Wer ein Altbier trinken möchte, landet früher oder später in der Altstadt. In Düsseldorfs zweitkleinstem Stadtteil gibt es aber viel mehr zu entdecken als „nur“ die längste Theke der Welt. Die Stadt gleicht hier einer bunten Wundertüte aus globaler Kunstgeschichte und lokalen Besonderheiten – und öffnet sich jeden Tag aufs Neue: in den engen Gassen und legendären Bars, den renommierten Ausstellungsräumen und Galerien oder den zahlreichen Ateliers rund um die weltbekannte Kunstakademie.
Kneipenkultur
Künstler*innen und Lebenskünstler*innen
Im Schatten der Kunstakademie trifft seit jeher die Kunstszene auf die Stadtgesellschaft. In Kneipen wie dem legendären Kreuzherreneck, Zur Uel, Zum Goldenen Einhorn oder der Brauerei „Im Füchschen“ verschmelzen Kunst, Musik, Design, Literatur und das „echte Düsseldorf“ zu einer einzigartigen Atmosphäre. Bei sonnigem Wetter strömt diese Stimmung aus den Lokalen hinaus auf die Ratinger Straße und macht sie zum lebendigen Treffpunkt der Düsseldorfer Szene in der Altstadt.
Museen
Rund um den Grabbeplatz
Rund um den Grabbeplatz findet sich eine außergewöhnlich hohe Dichte an kulturellen Einrichtungen. Das Museum K20 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen widmet sich der Kunst des 20. Jahrhunderts – mit Werken von Picasso bis Beuys. Direkt gegenüber liegen der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen sowie die städtische Kunsthalle. Aus deren Fassade ragt die Installation „Loch“ von Joseph Beuys: ein schlichtes Ofenrohr als Symbol für den Austausch zwischen Kunst und Umwelt. Kein Wunder also, dass sich gleich um die Ecke viele der renommiertesten Galerien Düsseldorfs angesiedelt haben.
Musikgeschichte
Der Sound der Stadt
Wer Kraftwerk sagt, muss auch Ratinger Hof sagen. Ohne den „Hof“ als Herz der deutschen Undergroundkultur, hätte es Bands wie DAF, ZK, Die Toten Hosen, Die Krupps, Fehlfarben oder Propaganda in dieser Form wohl nie gegeben. Der Ratinger Hof ist heute noch eine Konzertlocation und damit ein lebendiger Teil der Düsseldorfer Musikszene, die man auch in legendären Clubs wie dem Salon des Amateurs oder in den Musiklokalen auf der Mertensgasse erleben kann.
Wissenswertes
Akademie-Insights
Mit Werken damaliger Superstars wie Rubens, van Dyck, Raffael, Tizian, Michelangelo oder da Vinci schuf ein kunstbegeistertes Barockfürstenpaar eine weltberühmte Sammlung. Doch politische Umbrüche und die dynastische Erbfolge führten dazu, dass dieser Schatz nach München und Florenz „verschleppt“ wurde – sehr zum Bedauern der Stadt.
1910 eröffnete Johanna Ey in direkter Nähe zur Kunstakademie eine Kaffeestube, die sich schnell zum Treffpunkt der lokalen Boheme entwickelte. Die meist mittellosen Kunststudenten bezahlten gerne mit ihren Werken. So wurde die einstige Bäckerin zur Galeristin, avancierte zu einer der meistgemalten Frauen ihrer Zeit und galt als „Patin“ des Künstlerbundes „Junges Rheinland“, dem neben vielen anderen die renommierten Künstler Otto Dix und Max Ernst angehörten.
Wer heute vor dem SchifffahrtMuseum im Schlossturm am beliebten Treffpunkt am Burgplatz in der Altstadt steht, kann nur erahnen, wie prachtvoll das einstige Barockschloss gewesen sein muss. Auf den Grundmauern einer alten Burg entstand eine repräsentative Residenz mit einer bedeutenden Kunstsammlung. Ein Großbrand zerstörte das Schloss im Jahr 1872 fast vollständig – nur der heutige Schlossturm blieb erhalten.
Wenn man auf dem Grabbeplatz steht, kann man gleich drei architektonische Stilrichtungen auf einmal betrachten: den Brutalismus (béton brut) der Kunsthalle, den barocken Stil der Kirche St. Andreas und die reduzierte, moderne Granitfassade des Museums K20 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen.